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Posted: 14-Apr-2014 - 3 comment(s) [ Comment ] - 0 trackback(s) [ Trackback ]

Am See

Als zwei Beamte sie aus der Arrestzelle holten und ihre Hände auf dem Rücken fesselten, wussten Katharina und Nilay, dass es keine normale Überführung war, zu der man sie holte. Katharina fragte, warum sie ohne Schuhe gehen müssten. „Die braucht ihr auf diesem Ausflug nicht“, antwortete der ältere der beiden Beamten, den Katharina als ihren Untersuchungsführer kannte.

Katharina und Nilay wurden über einen langen hölzernen Bootssteg, geführt. Der junge Beamte ging voraus, hinter ihm Nilay und Katharina, der Untersuchungsführer bildete den Abschluss. Katharina beobachtete Nilay, die vor ihr lief und sich mit der unbewussten Eleganz eines jungen Mädchens bewegte, das sich seiner Reize noch gar nicht bewusst ist. Die Kleine setzte auf dem Bootssteg die Füße mit dem Ballen auf, nicht mit der Ferse. Jeder ihrer Schritte machte ein sanft tapsendes Geräusch auf dem Holz des Stegs. Katharina sah fasziniert dem Spiel der Wadenmuskeln und den graziösen Bewegungen der Füße zu. Wie eine warme Welle durchflutete sie die Freude darüber, dass sie, die Dreißigjährige, sich unsterblich in dieses zarte Geschöpf verliebt hatte: Und dass sie der blutjungen Nilay zeigen durfte, was Zärtlichkeit ist, wie die Liebe schmeckt und dass Sex die Seele eines Menschen öffnen kann.

Der Untersuchungsführer gab die Kommandos. Der junge Beamte schwieg und gehorchte. Am Ende des Stegs lag ein flacher Kahn, kein Ruderboot, sondern eins von den Wasserfahrzeugen, die mit Staken durch die flachen Kanäle und Fließe bewegt werden. Der junge Beamte half Nilay ins Boot. Mit einer Spur von Eifersucht beobachtete Katharina, wie und wo der junge Mann zufasste, um dem Mädchen den Einstieg zu erleichtern. Dann nahm er Katharina an den Armen, setzte sie im Boot ab, ohne sie mehr als nötig zu berühren.

„Auf die Knie!“, befahl der Untersuchungsführer, der als Letzter ins Boot stieg.

Katharina und Nilay hockten sich an der Bootsspitze auf ihre Knie, kauerten dicht aneinander gedrängt, während der Kahn vom Ufer abgestoßen wurde. Sie machten sich instinktiv klein, um besser das Gleichgewicht zu halten, denn mit den gefesselten Armen konnten sie sich in dem flachen Boot nirgends abstützen. Der junge Beamte betätigte sich als Bootsführer und stakte den Kahn durch den Fließ, während der Untersuchungsführer die Bewachung übernahm.

Katharina bemerkte, dass Nilay fror. Den beiden Frauen hatte man nur ein leichtes Baumwollkleid gelassen. Auf Nilays zarter Haut stellen sich die winzigen Härchen auf, zeigte sich die Gänsehaut und die Kleine zitterte. Katharina lächelte ihr zu. Die kühle feuchte Morgenluft machte auch ihr zu schaffen, aber es war wohl nicht nur die Kälte, die sie erschauern ließ. Katharina hätte ihre Freundin gern umarmt. Instinktive ruckten sie beiden mit den Armen, die hinterm Rücken fixiert waren. Nur mit Blicken konnten sie einander streicheln. Und sich ein bisschen aneinander drücken und sich, mit kaum merklichen Bewegungen der Schulterblätter, vorsichtig aneinander reiben. Katharina schaute sich unauffällig um. Der Untersuchungsführer grinste.

Allmählich schien sich der Kahn einem Ziel zu nähern. Der Bootsführer hielt auf ein Pfahldorf zu, dessen Zufahrt mit einem großen hölzernen Tor verschlossen war. Ob das Dorf bewohnt war, ob es überhaupt noch ein gewöhnliches Dorf war oder eher eine Strafkolonie, konnte Katharina nicht erkennen. In der frühen Morgenstunde lag es wie ausgestorben.

Der Bootsführer wendete das Boot. Mit dem Heck voran stakte er den Kahn  langsam auf das Tor zu. Mit seiner Stake hämmerte er dreimal gegen das Tor. Die beiden Frauen schauten, noch immer am Bug kniend, auf den Kanal zurück. Sie hörten, wie das Tor sich knarrend öffnete. Ganz langsam fuhr der Kahn rückwärts durch das Tor.

Katharina sah es als Erste. Vom massiven Querbalken des Tores hingen zwei Schlingen herab. Sie wusste, was das bedeutete. Sie gab keinen Laut von sich. Sie wagte nicht, Nilay auf die Schlingen aufmerksam zu machen. Die Kleine schaute noch immer ahnungslos zurück auf den Kanal, den sie gekommen waren.

Der Untersuchungsführer war hinter sie getreten. Er packte Nilay an den Oberarmen und riss sie hoch. Jetzt sah auch sie es. Die Augen des Mädchens weiteten sich. Nilay blickte ihre Gefährtin, die neben ihr kniete. Katharina hielt dem Blick nicht stand. War das die Strafe für ihre Liebesnacht? Für die Übertretung des Verbots? Für Nilay war es die erste sexuelle Erfahrung. Für sie beide würde es definitiv die letzte gewesen sein.

Nilay zitterte. Der Bootsführer lenkte die Bootsspitze, auf der Nilay stand und Katharina kauerte, genau unter die linke der beiden Schlingen. Der Untersuchungsführer hatte das Mädchen fest im Griff. Während er mit dem linken Arm die Oberarme der Kleinen fixierte, griff er mit der rechten Hand nach der Schlinge und stülpte sie Nilay mit einer raschen Bewegung über den Kopf. Sie schrie auf, als sie das Seil an ihrem Hals spürte. Der Untersuchungsführer ließ Nilays Arme los und zog die Schlinge um ihren Hals fest. Dann gab er dem Bootsführer ein Zeichen. Ganz langsam, wie in Zeitlupe, bewegte sich der Kahn rückwärts durch das Tor.

Katharina starrte auf Nilays Füße. Sie brachte es nicht über sich, der kleinen Geliebten in die Augen zu sehen. Sie sah, wie die Füße langsam über die Bootsplanke rutschten. Sie sah wie sich Nilays Zehen verkrampften und sich verzweifelt an der Bordwand festzuklammern versuchten. Sie sah, wie ihre Füße, so sehr sie sich auch streckten, den Halt verloren und von der Planke kippten. Sie sah, wie Nilays Füße vom Boot wegschwangen und hörte ein platschendes Geräusch und den gurgelnden Schrei ihrer erstickenden Freundin. Im gleichen Moment spürte sie, wie der Untersuchungsführer hinter ihr in ihre Haare griff, wie er den linken Arm um ihren Hals legte, wie er sie hochzog und ihren Kopf hart zurückbog.

„Schau dir das an!“, zischte er Katharina ins Ohr. Sein Atem roch nach Tabak, sein Schweiß roch widerlich. Sie glaubte, sich übergeben zu müssen.

„Schau dir das an!“, widerholte er und drückte ihr so heftig gegen den Hals, dass ihr Brechreiz regelrecht erstickt wurde.

„Sie stirbt, weil du deine Geilheit nicht zügeln konntest, du Dreckstück!“

Nilay sah mit weit aufgerissenen Augen zu Katharina herüber, als wollte sie nicht glauben, was gerade mit ihr geschah. Ihre Beine steckten bis zur Hälfte der Wade im Wasser. Jetzt erst realisierte sie, dass da kein Halt unter ihren Füßen war, und begann zu strampeln, erst sporadisch, dann immer heftiger. Kämpf nicht, kleine Nilay, dachte Katharina. Kämpf nicht, gib auf, du tust dir nur weh. Es hat keinen Sinn mehr, lass los.

Aber Nilay kämpfte. Wühlte das Wasser mit ihren Füßen auf. Trampelte, stampfte mit aller Kraft in das Fließ, machte schnelle Schritte mit den flachen Fußsohlen, schlug die Beine zu Schwimmbewegungen zusammen, rieb die Knöchel im Wasser aneinander, als könnte sie das Wasser damit zu einer Treppe formen, die ihr die Rettung brächte. Machte ihr fadenscheiniges Baumwollkleid vollkommen nass, bespritzte auch Katharina; jeder Tropfen, der sie traf, brannte schmerzhaft auf ihrer Haut.

Nilays Kampf dauerte nur eine gute Minute. Dann wurden ihre Bewegungen schwächer. Ihr Todestanz hatte die Schlinge nur umso fester zugezogen, je heftiger sein sich gegen das Unausweichliche wehrte; jetzt schnürte der Strick Nilays Halsschlagader ab und das Mädchen verlor das Bewusstsein. Katharina fühlte etwas Warmes in ihrem Schritt. Fast unmerklich hatte sich etwas gelöst, was sich während Nilays Todeskampf in ihrem Schoß als Erregung und Angst, als Todessehnsucht und Geilheit zu einem undefinierbaren Gefühl angestaut hatte.

Nilay hing nun ganz still. Ihre Beine tauchten ins Wasser, das die Pendelbewegung des bewusstlosen, sterbenden Mädchens dämpfte. Nur gelegentlich zuckten ihre Schenkel noch. Ihr Kleid war vollkommen durchnässt. Es konnte nicht mehr nasser werden, als sich ihre Blase entleerte.

Und kaum merklich fuhr der Kahn jetzt wieder vorwärts, bis Katharina den leblosen Körper Nilays berührte. Ihre Haut war warm und erregt, als hätten sie sich gerade geliebt. Für einen kurzen Moment war ihr das Mädchen ganz nah. Katharina beugte sich schnell vor und küsste Nilays Scheitel.

„Bestaunst du dein Werk, du geile Schlampe?“ Katharina hörte die Stimme ihres Henkers und roch seinen Atem. O Gott, lass es schnell gehen, damit dieses Tier von mir ablässt, dachte sie. Sie spürte, wie die zweite Schlinge über ihren Kopf gestreift wurde. Fühlte den kratzenden Strick um ihren Hals. Empfand einen schmerzhaften Ruck, als der Untersuchungsführer die Schlinge fest zuzog. Merkte, wie die Planke des Boots unter ihren Füßen wegrutschte. „Vielleicht wartet sie ja schon auf dich, deine kleine Gespielin“, keuchte ihr der stinkende Kerl höhnisch ins Ohr.

Ja, vielleicht wartet sie auf mich. Etwas, das dir nie begegnen wird, du Schwein, dass jemand, der dich liebt, auf dich wartet. Sie schaute neben sich herunter, wo ihre kleine Freundin im Wasser hing. Spürte die Erregung in ihrem Körper, die die schneller und schneller atmen ließ. Nilay, Liebste, ich komme. Im selben Moment rutschten ihre Füße von der Planke und tauchten ins Wasser, ein beißender Schmerz drang durch ihren Hals direkt bis in ihr Gehirn und raubte ihr fast das Bewusstsein. Oh wäre das schön, wenn es so schnell ginge, dachte sie, ich will nicht kämpfen, ich werde nicht kämpfen. Doch ihr Körper tat ihr diesen Gefallen nicht. Ihr Bewusstsein kehrte wieder. Und was als peitschender Schmerz begonnen hatte, floss als Welle der Lust aus dem Gehirn zurück, überschwemmte ihren Körper mit einer nie gefühlten, unbeschreiblichen, einmaligen Geilheit, ließ ihre Möse pulsen und beben, löste ihren Körper auf und verwandelte ihn in ein einziges Lustorgan. Für einen Moment glaubte sie, Nilays Finger und ihre Zunge an ihren Schamlippen zu spüren, dann gingen alle einzelnen Empfindungen in ein einziges Donnern und Rauschen über. Es war wie eine Explosion, die nicht aufhörte, weil die Zeit stillstand. Und Katharina begann zu kämpfen. Um den Stillstand der Zeit. Um jede Sekunde ihrer einzigartigen Lust. Sie spürte das Wasser unter ihren Fußsohlen, sie trat heftig zu, und heftiger, und noch heftiger. Das gab ihr die Illusion, sie bekäme dadurch Atempausen aus Sekundenbruchteilen. Zwischen ihren Beinen war ein Motor, der ihre Schenkel zu einem wilden Tremolo antrieb. Sie wirbelte das Wasser auf, als wollte sie eins werden mit der Gischt, die sie erzeugte. Das Explodieren in ihr hielt an, wurde stärker. Und stärker. War es das, was du gefühlt hast, Nilay, als du gehen durftest? Sie spürte ihre Beine nicht mehr, obwohl sie wusste, dass sie noch strampelte. Katharina kämpfte schließlich nicht mehr um ihr Leben, sondern nur noch um ihren letzten Orgasmus. Die Erregung in ihr wurde zum Wahn. Es gab keine Zeit mehr, es gab nur noch Lust. Jetzt, jetzt, jetzt würde sie einen einzigen tiefen Atemzug nehmen und in ihrer eigenen Geilheit ertrinken. Es wurde gleißend hell in ihr. Und dann war alles schwarz.

Der Untersuchungsführer wischte sich mit der bloßen Hand das Wasser aus dem Gesicht. „Ist schon toll, wie diese Weiber spritzen können, oder?“, fragte er seinen junge Kollegen. Der Bootsführer sagte nichts.

„Okay, fahren wir wieder zurück. Aber schön langsam.“

Der Bootsführer benutze die Stake mit großer Behutsamkeit. Er wusste, dass ein Chef es genoss, zwischen den leblosen Körpern der gehängten Frauen durchgedrückt zu werden. Jetzt hockte der Untersuchungsführer an der Bootsspitze, wo vorher die beiden Frauen gekauert hatte. Er umarmte die Taillen der gehängten Frauen, tätschelte beider Hintern, das knackige Äpfelchen der Jungen ebenso wie die saftige Birne der Älteren. Dann richtete er sich auf, zog das Seitengewehr und schnitt erst das das Kleid Katharinas, dann Nilays Kleid an den Schultern auf, streifte den Frauen den Stoff über die Füße, die im Wasser baumelten, und warf die nassen Lumpen hinter sich in den Kahn. Dann erst ließ er von den beiden Hingerichteten ab. Zwei neue Trophäen würden seine Sammlung schmücken. Der Bootsführer starrte fasziniert auf die nackten Körper der Frauen und stakte den Kahn vorsichtig an den sanft schwingenden Gestalten vorbei. Er vermied es, sie zu berühren. Er wusste, dass ihre Körper noch warm waren. Er wusste, dass sie bewusstlos, aber noch nicht tot waren. Er wusste, dass sie sterben würden, während er ihnen den Rücken zuwandte. Er hoffte, dass sie ihm verzeihen würden.

Und er wusste, dass er niemandem, der auf ihn warten würde, das alles erzählen könnte. Falls jemals jemand auf ihn warten würde.

 

 

Posted: 14-Apr-2014 - 1 comment(s) [ Comment ] - 0 trackback(s) [ Trackback ]

The Execution of Kerstin – (german)

 

7:52 Uhr. Kerstin, eine 22jährige Studentin, steht im Bad nackt vor dem Spiegel. Ihr Figur ist vollschlank, sie bearbeitet ihr lockiges dunkles Haar mit einer Bürste. Sie kleidet sich an. Schlüpft in einen knappen, dunkelblauen Slip, der für ihren fülligen Po eigentlich ein wenig zu knapp sitzt, streift sich den dunkelblauen Büstenhalter über. Dann steigt sie in die Strumpfhosen, zupft sie an ihren wohlgeformten Beinen zurecht. Ein leichtes Knistern und Rascheln wird hörbar, sobald sie sich bewegt, reiben ihre Oberschenkel aneinander. Sie rückt den Minirock in die richtige Position. Dann kämmt sie sich erneut die Haare. Die Bürste knistert in ihrer Mähne.

7:55 Uhr. Ohne Vorwarnung wird die Wohnungstür aufgeschlagen, herein stürmen zwei maskierte Männer, Kerstin kommt aus dem Bad, erstarrt. Die Männer werfen Kerstin zu Boden. Sie wehrt sich, aber die Männer fixieren allein mit ihrem Gewicht den Körper der jungen Frau.

7:56 Uhr. Einer der Männer untersucht den Spiegelschrank, findet, was er sucht, ein Päckchen Drogen.

„Aha, da haben wir ja die Süßigkeiten.“

„Ich weiß nicht, was das ist, das gehört mir nicht.“

„Na klar, der große Unbekannte war im Bad.“

„Wirklich, ich nehme so was nicht.“

„Dealer nehmen so was auch nicht, sie handeln damit. Abführen!“ Handschellen klicken. Kerstins Hände werden vor dem Bauch gefesselt. Die Männer führen sie wird aus der Wohnung.

Kerstin weiß, was ihre Verhaftung bedeutet. Noch nie ist jemand, der wegen Drogenbesitzes verhaftet wurde, in seine Wohnung zurückgekehrt. Sie hat nichts zu verlieren. Noch im Hausflur versucht sie das Äußerste, schlägt einem der Männer in die Leiste, versucht zu fliehen. Ihre hochhackigen Schuhe aber sind nicht geeignet für eine schnelle Flucht. Der zweite Mann holt sie an der Haustür ein. Im Gerangel rutscht Kerstins Rock bis zur Hüfte hoch. Sie versucht, dem einen der Männer ins Gemächt zu treten. Sie ist sehr tapfer, sie weiß, was sie erwartet, aber sie unterliegt. Der zweite Mann  nimmt sie in den Schwitzkasten. Sie gibt auf. Der andere fesselt nun Kerstins Hände hinter dem Rücken.

Auf der Straße wird Kerstin in einen wartenden PKW gestoßen, Passanten bleiben stehen, schauen der jungen Frau nach und den beiden maskierten Männern nach. Die meisten wissen, welche Beamten solche Masken im Einsatz tragen. Die beiden Maskierten sitzen während der Fahrt neben Kerstin auf der Rückbank. Tränen rinnen ihr über die Wangen. Sie kennt die Gesetze; sie weiß, dass sie ihr Leben verwirkt hat.

8:22 Uhr. Kerstin wird aus dem Auto gezogen und in ein Gebäude geführt. Noch immer begleiten die beiden maskierten Männer sie. Es ist still auf den Fluren dieses Gebäudes. Nur das Klacken von Kerstins Hackenschuhen und das Schmatzen der Gummisohlen an den Stiefeln der Beamten sind zu hören.

8:24 Uhr. Kerstin wird in ein Vernehmungszimmer geführt. Der Vernehmer befragt Kerstin:

„Sie wissen, wo Sie sich befinden?“

Kerstin nickt stumm.

„Können Sie mir sagen, warum Frauen so verrückt auf Drogen sind?“

Kerstin zuckt mit den Schultern.

„Manche Tage werden hier über hundert Frauen eingeliefert. Wenn das so weitergeht, stirbt die Nation noch aus.“

Kerstin blickt entsetzt auf.

Der Vernehmer lächelt, als er fortfährt: „Ja, was schauen Sie? Sie wissen, dass Sie unter das Standrecht fallen?“

Kerstin nickt.

„Sie haben ausgesagt dass Sie den Stoff, den wir bei Ihnen gefunden haben, nicht selbst nehmen?“

„Das ist richtig.“

„Dann sind Sie als Dealerin anzusehen. Kerstin Hallstein, aufgrund der Sondervollmacht des Militärbefehlshabers verurteile ich Sie wegen Drogenhandels zum Tode durch den Strang. Das Urteil wird innerhalb von 30 Minuten vollstreckt. Ihre Angehörigen werden im Nachhinein informiert, indem sie eine Kostennote über die erfolgte Hinrichtung zugestellt bekommen.“

„Ich will einen Anwalt sprechen!“, sagt Kerstin laut und entschlossen.

Der Vernehmer, in einer Mischung aus Arroganz und Mitleid, antwortet: „Das ist ein Standgericht, Süße. Hier gibt es keine Rechtsmittel und keine Anwälte! Es tut mir leid für Sie. Es ist vorbei.“

„Bitte“, fleht Kerstin, „ man kann das doch untersuchen, das Zeug gehörte mir nicht. Bitte, ich bin Studentin, ich habe damit nichts zu tun.“

„Sie wären nicht die Erste, die damit ihr Studium finanziert hat. Ihre Kommilitonen werden jetzt ohne Sie auskommen müssen. Oder ohne ihren Stoff. Suchen Sie sich aus, was stimmt.“

Kerstin beginnt leise zu weinen. Ihr ist eben bewusst geworden, was der Satz „Es ist vorbei“ bedeutet.

„Sie werden jetzt in die Umkleidekabine geführt“!, fährt der Vernehmer fort. „Dort werden Ihnen die Zivilgarderobe und Wertsachen abgenommen, sie werden als Pfand einbehalten, bis Ihre Angehörigen die Hinrichtung bezahlt haben. Anschließend werden Sie medizinisch untersucht, dabei wird eine Darmspülung vorgenommen und die Blase katheterisiert. Danach werden Sie den vorgeschriebenen Exekutionskittel anlegen. Man wird Sie zur Exekutionsanlage führen und Sie hinrichten. Abführen!“

„Nein!“

Die beiden Männer greifen nach Kerstins Oberarmen führen die Frau ab.

8:29 Uhr. Kerstin findet sich in einer Umkleidekabine wieder, zusammen mit einem Wachmann. Wenigstens ist er nicht maskiert, denkt Kerstin. Sie zieht sich aus. Zuerst das T-Shirt, darunter trägt sie einen konventionellen BH.

„Kann nicht eine Frau mich bewachen?“

„Für so viele Verurteilte haben wir nicht genügend weibliche Bedienstete.“ Kerstin dreht ihm den Rücken und deutet über ihre Schulter hinweg auf den BH-Verschluss.

„Dann helfen Sie mir bitte.“

Der Wachmann öffnet den Verschluss. Nimmt ihr den BH ab, streichelt dabei ganz sanft ihre Brüste.

Kerstin dreht sich zu ihm um, presst sich an ihn und küsst ihn. Er lässt es geschehen. Sie knöpft dabei den Rock auf. Mit einer knappen Bewegung ihrer Hüften lässt sie den Rock fallen. Sie trägt jetzt noch Strumpfhose und Slip.

„Habe ich wirklich gar keine Chance mehr?“

In der Umarmung streift der Wachmann Kerstin die Strumpfhose vom Po. Er wird sehr häufig mit solchen eindeutigen Angeboten konfrontiert. Er kann es verstehen, dass die Frauen zu allem bereit sind, wo es doch um ihr nacktes Leben geht. Hin und wieder nimmt er so ein Angebot an, wenn ihm die Totgeweihte gefällt. Kerstin gefällt ihm. Sie ist nicht schön, aber scharf. Hat keine Model-Figur, aber einen liebeshungrigen Körper.

Kerstin greift ihm in den Schritt.

„Hätte ich – dafür – nicht eine Chance verdient?“

Wachmann streift die Strumpfhose weiter ab, geht in die Knie, dabei entzieht er sich ihrem Griff, aber er küsst dafür ihre Brüste, leckt ihre Nippel, die sofort steif werden, küsst ihren Bauch. Kerstin sieht darin eine Art Einverständnis; vielleicht würde ihr dieser Mann doch helfen, mit dem Leben davonzukommen? Sie stöhnt erregt.

Der Wachmann schnappt mit den Zähnen nach ihrem Slip. Es macht ihm Spaß mit der Kleinen. Ein Stück zieht er den Slip mit den Zähnen herunter, bis seine Nase in ihr e rasierte Kamelzehe taucht. Dann streift er ihn mit den Händen herunter. Küsst ihre Oberschenkel. Kost die Innenseiten der Beine hinab bis zu den Knien und tastet sich mit den Lippen wieder hinauf zu ihrer Möse. Kerstin ist komplett rasiert und ihre Schamlippen sind vor Erregung angeschwollen.

Kerstin spürt die plötzlich anspringende Lust des Wachmanns, spürt sein Begehren, das macht sie – im Verein mit der Angst und der Hoffnung, die sie spürt – über alle Maßen geil. Kerstin atmet immer heftiger, je entschiedener sich der Wachmann vortastet. Sie stöhnt voller Lust. Spreizt die Beine leicht; ihre Einladung ist unmissverständlich. Wie im Nebel springt sie dabei die Vorstellung an, der Strick läge schon um ihren Hals und nähme ihr die Luft. Das macht sie noch wilder. Sie spürte wie er sich an ihrer Möse festsaugt und leckt, was das Zeug hält. Kerstins stößt einen spitzer Schrei aus, ein Zittern durchfährt ihren Leib. Ein Orgasmus durchzuckt sie. Sie hat das Gefühl, durch ihre Möse zu atmen.

Der Wachmann beobachtet sie dabei, wie sie unter allmählich leisere werden Grundlauten wieder herunterkommt.

„Nein“, sagt er schließlich, „du hast keine Chance“.

Japsend und außer Atem flüstert sie: „Nein! Ich will noch nicht sterben. Ich könnte noch so viele Männer glücklich machen. Nein, nein, nein. Ich könnte dich glücklich machen, ausschließlich dich. Wann immer du willst.“

„Ich kann nichts tun, als ein bisschen nett zu sein – in deinen letzten Minuten.“

Kerstin atmet schwer, ihre Brüste heben und senken sich.

„In meinen letzten Minuten? Es sind also schon die letzten Minuten meines Lebens?“

„Ja.“

„Ich bin erst zweiundzwanzig. Ich habe doch noch gar nichts hinter mir.“

„Dafür hast du alles verspielt, was du vor dir hattest.“

Kerstin schluchzt auf. Fängt sich wieder, schaut ihn an, wie einen Vertrauten, den sie lange kennt.

„Wie werde ich sterben?“

„Langsam und qualvoll.“

„O Gott. Warum? Das ist nicht gerecht.“

„Das ist das Gesetz. – An der Exekutionsanlage wartet eine Schlinge auf dich. Du betrittst ein Podest. Die Schlinge wird um deinen Hals gelegt.“

Der Wachmann massiert Kerstins Hals, streicht ihr lockiges Haar beiseite, küsst ihre Ohren.

Sie schließt die Augen, sieht vor sich, was er sagt, spürt den Strick am Hals, spürt das Zittern ihrer Knie und ein rasendes Brennen zwischen ihren Beinen.

„Wirst du es tun?“

Der Wachmann antwortet leise, fast zärtlich: „Ja. Die Schlinge ist so beschaffen, dass sie dir den Kehlkopf abschnürt, aber nicht die Halsschlagader. Die Schlinge werde ich an einem Transporthaken einklinken. Dann fasse ich nach deinen Pobacken – er tut es in der Vorwegnahme tatsächlich – und stoße ich dich vom Podest – er gibt ihr einen leichten Schubs – und du schwebst über einer Grube.“

Kerstin öffnet die Augen, als ob sie aus einem Traum erwacht.

„Deine Füße werden von diesem Moment an keinen festen Boden mehr erreichen“, fährt der Wachmann fort. „Du schwingst frei über dem Abgrund, aufgehängt an deinem Hals. Du wirst nicht ohnmächtig, sondern bei vollem Bewusstsein ersticken.“

Kerstin zittert leicht und starrt doch fasziniert auf den Mann, der ihr erzählt, wie er sie aufhängen wird.

„So wirst du mich töten?“

„Nein, der Strang wird dich töten, ich führe dich nur an die Schwelle des Todes.“

„Wie lange wird das dauern?“

„Ich habe Frauen gesehen, die kämpften über acht Minuten gegen den Tod. Frauen haben einen ungeheuren Lebenswillen. Männer sterben leichter.“

„Wirst du dabei sein?“

„Ja, meine Aufgabe ist es, dir die Schlinge zu geben, dich vom Podest zu stoßen und in den Tod zu geleiten. Ich werde bei dir sein, bis es vorbei ist. Der Transporthaken wird dich nach vorn ziehen, während deine Beine noch zappeln. Und Platz machen für die nächste Verurteilte, die ihr Sterben beginnen wird, während du noch lebst.“

Der Wachmann fasst Kerstin mit der flachen Hand an die Möse, sie stöhnt, sie schiebt seine Hand weiter, drückt seine Finger durch ihre Schamlippen, massiert mit seiner Hand ihren Kitzler. Ihre Beine zittern.

„Man braucht Platz für die nächste Delinquentin“, flüstert er, während er es genießt, von Kerstin benutzt zu werden. „Jede Verurteilte hängt ungefähr eine halbe Stunde in der Anlage. Das System wird auch deine Leiche bis zum Abnahmepunkt fahren, der sich kurz vor der Stelle befindet, an der du aufgeknüpft wirst.“

Kerstin schaudert

„Wie in einer Fabrik.“

„Ja, so können wir ein kontinuierliches Töten sicherstellen. Wir exekutieren an manchen Tagen bis zu hundert Frauen auf dieser Anlage.“

Kerstin, während sie weiter mit seiner Hand masturbiert und in Fahrt kommt, flüstert: „Das ist grausam. Ein Menschenleben für ein paar Gramm weißes Pulver.“

„Du wusstest, was dir droht, wenn sie dich erwischen?“

„Ja, hhhmmn, ja. Ich wusste es.“

„Auf einem Stahlgerüst werde ich dicht neben dir gehen, in Augenhöhe. Solange deine Augen etwas sehen, kannst du mich sehen.“

Der Wachmann massiert die Lustpforte seiner Todeskandidatin. Er treibt Kerstin auf dem Höhepunkt ihres nächsten Orgasmus.

„Ohh ja. Das ist gut. Das ist so gut.“

„Darf ich dir einen Rat geben? Schau nicht auf die Frauen, die vor dir hängen. Konzentriere dich ganz auf die Schritte zum Podest. Und atme nicht zu heftig, pump nicht so viel Sauerstoff ins Blut, das verlängert den Todeskampf. Und wenn du hängst, lass los, so schnell wie möglich, kämpf nicht um dein Leben, es hat keinen Sinn.“

Kerstin ist noch nicht wieder in der Lage, auf diese Ratschläge zu hören. Der immer näher rückende Moment ihres Todes und der Sex mit ihrem Henker haben sie mehr und mehr berauscht.

Eine Glocke ertönt.

Der Wachmann sagt: „Der Arzt wartet.“

Kerstin geht – mühsam beherrscht – aus der Kabine.

8:43 Uhr. Kerstin kommt zurück. Sie ist behandelt worden, war auf der Toilette und ist frisch katheterisiert. Sie fühlt sich nicht wohl dabei, zumal ihr nicht aus dem Kopf geht, welchem Zweck diese Reinigung dient.

Der Wachmann gibt ihr ein Kleidungsstück, den Exekutionskittel: ein eng anliegendes, transparentes Minikleid mit Spaghettiträgern, das pro forma verhüllt, was es durch die Verhüllung nur umso besser erkennen lässt. Kerstin streift sich die durchsichtige Hülle über. Sie modelliert ihre fantastisch weibliche Figur. Für einen Augenblick genießt sie es, ihrem Henker zu gefallen, posiert unter seinen Blicken. Dann greift Kerstin blitzschnell zu seiner Hose, knöpft sie ihm auf, kniet vor ihm nieder, wispert: „So viel Zeit muss noch sein!“

Sie packt seinen Schwanz aus.

„Dann bist du der letzte Mann, dem ich’s mache.“

Sie beginnt heftig daran zu lutschen und zu saugen. Ihr großer, sinnlicher Mund schluckt ganz und gar um das, was der Wachmann zu bieten hat. Und das ist nicht wenig, findet sie. Nicht sehr lang, aber schön dick. Der Wachmann schließt die Augen und stöhnt leise. Als Kerstin merkt, dass seine Erregung groß genug ist, dreht sie ihm ihren Hintern zu, streift das Minikleid hoch, so dass ihr Hintern nackt ist und ihre Arschbacken ihn anlachen, beugt sich vor, greift durch ihre Beine nach seinem Ständer und rammt ihn sich in wilder Erregung in die Möse. Ein schnelles rhythmisches Bumsen in höchster möglicher Geschwindigkeit beginnt. Das Klatschen von Fleisch auf Fleisch. Das Japsen des Wachmanns und Kerstins unterdrückter Brunstschrei, als beide gleichzeitig kommen und sich ein Samenschwall in Kerstins todgeweihten Unterleib ergießt. Kerstin, während beide erschöpft innehalten und einander liebkosen, drückt ihren Kopf rücklings gegen seinen Hals

„Wann ist es so weit?“

Wachmann, richtet seine Kleidung.

„Jetzt.“

Er dreht ihr ruckartig die Hände auf dem Rücken. Und fesselt sie mit Handschellen. Sie blickt ihn an. Er ordnet seine Kleidung. Dann zieht er ihr Kleidchen wieder in die vorgeschriebene Position. Nicht ohne Andacht betrachtet er ihren Unterleib. In ihren Augen spiegelt sich eine Mischung aus höchster Lust und tiefstem Entsetzen. Er versteht diesen Blick und versucht ihr Ruhe zu geben. Er küsst die Frau. Sie küsst ihn leidenschaftlich zurück. Sie weiß, alles, was sie tut, tut sie jetzt zum letzten Mal.

8:45 Uhr. Sie gehen. Der Gang zur Exekutionsanlage ist lang. Sie geht einen Schritt vor ihm. Er lässt das zu. Er weiß, dass sie weiß, dass sie nicht entkommen kann. Das Kleidchen lässt die Waden, die Kniekehlen und einen Teil der Oberschenkel frei, die rhythmisch schwingenden Pobacken werden von ihm regelrecht modelliert. Dem Wachmann fällt es schwer, nicht zuzufassen. Und Kerstin geht bewusst aufreizend vor ihm her. Kerstins Pobacken schwingen bei jede Schritt; der Wachmann verfolgt das Muskelspiel ihrer Oberschenkel, sein Blick gleitet hinab zu den runden Waden, die bei jedem Schritt sanft erzittern. Der Wachmann lässt sich ein kleines Stück zurückfallen, um die ganze Gestalt dieser Frau zu betrachten. Seine Augen sagen: Ein Jammer, dass so etwas in wenigen Minuten nur noch totes Fleisch ist. Kerstin merkt sein Zögern, verhält ihrerseits im Schritt und wartet auf ihn. Er kommt heran, legt wie beiläufig seine Hand auf ihre Hüfte.

Die letzte Tür ist noch verschlossen.

„Wir müssen noch warten“, sagt der Wachmann.

Aus dem Raum hinter der Tür hört Kerstin die gellenden Schreie eines jungen Mädchens, die in ein ersticktes Gurgeln übergehen. Kerstins Blick flackert. Ihr Busen bebt unter heftigen Atemzügen. Sie kann nicht alle Geräusche deuten, die sie hört, aber sie weiß, dass sie vom Betrieb der Exekutionsanlage herrühren.

Entsetzen spiegelt sich in Kerstins Gesicht. Sie kneift die Lippen zusammen. „O Gott“, flüstert sie. Sie wendet sich dem Wachmann zu und birgt ihr Gesicht an seiner Schulter. Er streicht ihr über die Haare, sie schluchzt. Sie sind beide allein, sie möchte ihn umarmen, kann es aber nicht, weil ihre Hände bereits hinter dem Rücken gefesselt sind. Angelehnt an ihn küsst sie seinen Hals, sein Kinn. Er nimmt ihren Kopf in die Hände und gibt ihr einen leidenschaftlichen Zungenkuss. Sie genießt seinen Mund, seine Zunge. Das Elend ihrer Situation und die grausame Art des Todes, der ihr bevorsteht, werden ihr mehr und mehr bewusst. All ihre Angst, Erschütterung und Liebessehnsucht legt sie in diesen Kuss.

8:47 Uhr. Ein Summton signalisiert, dass die Tür freigegeben wird. Der Wachmann stößt die Tür auf und geht mit Kerstin hindurch.

Kerstin stockt, als sie die Anlage vor sich sieht, an der drei weitere Frauen hängen – eine etwa fünfzigjährige vollschlanke Blondine mit breiten Hüften und dicken, fleischigen Schenkeln, eine zartgliedrige Brünette von etwa 30 Jahren und ein ganz junges Mädchen mit Rattenschwänzen – vielleicht gerade vierzehn, vielleicht auch schon achtzehn,  man täuscht sich da leicht – mit runden Waden und saftigen Schenkeln, aber kaum entwickelten zarten Brüsten und wenig ausgeformten Hüften, äußerlich mehr Kind als Frau, das Gesicht dunkel angelaufen, die Augen weit aufgerissen; der Knoten der Schlinge ist unter ihr Kinn gerutscht, zerrt ihren Kopf nach oben, so dass ihr Blick zwangsläufig auf Kerstin gerichtet ist, die über ihr steht. Ihre zarten, wie im Krampf verzerrten Gesichtszüge sprechen vom Schrecken des Sterbens. Die Vollschlanke hängt still mit verfärbtem Gesicht, das Kinn auf der Brust; die Zunge ist ihr aus dem Mund gequollen. Die Brünette hängt pendelnd, der dicke Henkersknoten hat ihren Kopf nach der Seite gedrückt. Kerstin ahnt, dass dort, wo die Schiene der Fördervorrichtung abknickt und hinter eine Wand führt, weitere Frauen hängen, doch das bleibt ihren Blicken entzogen. Die Junge zappelt und zuckt. Sie ist gerade vor einer Minute gehängt worden. Sie war es, die den Schrei ausgestoßen hat, der Kerstin so erschütterte. Ihre Augen sind weit aufgerissen, sie starrt Kerstin an, als sie die Anlage betritt.

„Mein Gott – das ist ja noch ein Kind!“, sagt Kerstin entsetzt.

„Ich weiß nicht, wie alt sie ist. Aber war sie alt genug, um zu dealen, dann ist sie auch alt genug, um zu sterben. Ab 14 ist man strafmündig und der vollen Härte des Gesetzes ausgeliefert. So ist das bei uns.“

Kerstin wiederholt flüsternd das Wort „Ausgeliefert.“

Der Wachmann schiebt sie sanft voran. Sie geht die letzten Schritte zum Podest gefasst, atmet aber dennoch heftig. Sie kann den Blick nicht von dem jungen Mädchen wenden, das seine ganze unverbrauchte Lebenskraft in diesen Todeskampf wirft und sich verzweifelt strampelnd gegen das Unausweichliche wehrt..

Der Wachmann stellt Kerstin vor der Schlinge zurecht. Kerstin starrt die Schlinge an. Der Wachmann tritt hinter Kerstin, nimmt das Seil, streift Kerstins Haare beiseite, sie lehnt sich an seine Brust zurück, es ist ein Moment großer Intimität und Zärtlichkeit, während er ihr mit einer sanften und geübten Bewegung die Schlinge überstreift. Fasziniert folgt sie jeder seiner Bewegungen mit den Augen. Sie stöhnt leise, als sie den Strick an ihrem Hals spürt und bemerkt, wie ihr Wachmann die Schlinge vorsichtig zuzieht. Gern würde sie jetzt selbst den Sitz des Stricks prüfen und korrigieren, aber mehr als ein Zucken ihrer gefesselten Arme bekommt sie nicht zustande. Sie ruckt mit dem Kopf zweimal nach rechts, der Wachmann versteht und korrigiert den Sitz des Knotens hinter ihrem Ohr. Immer wieder geht Kerstins Blick – gegen den Rat ihres Henkers – zu dem qualvoll sterbenden Mädchen vor ihr.

„Werde ich auch so erbärmlich zappeln, wie die Kleine dort?“

Der Wachmann streichelt sie und antwortet „Ja, wahrscheinlich.“

Kerstin stöhnt.

Dann tritt er nach vorn klinkt die Schlinge in der Vorrichtung ein, die den Weitertransport ihres hängenden Körpers bis zum Absetzort ausführen wird. Er spürt, wie die Finger ihrer hointem Rücken gefelsselten Hände nach ihm zu greifen versuchen. Er bleibt kurz in Kerstins Nähe, damit sie seinen Schwanz durch die Hose noch einmal fühlen kann. Das Einklinken ist für den Wachmann schon ein kleines „Adieu“. Denn von diesem Moment an wird der Fortgang nicht mehr von seinen Entscheidungen bestimmt, sondern vom Rhythmus der Maschinerie. Dann tritt er hinter ihr vor.

Kerstin folgt seinen Bewegungen mit den Augen. Ihre Augen betteln nicht um Gnade, sie bitten nur „Sei bei mir. Lass mich nicht allein sterben.“

Als die Schlinge im Transporthaken hängt, schneidet er die Träger des Exekutionskleides durch und streift ihr das Kleidungsstück vom Leib. Langsam, um ihren Geruch und die Berührung ihres lebensvollen, warmen Fleisches zu genießen – und um ihr noch ein paar Sekunden mehr menschliche Nähe zu gönnen.

Auch Kerstin genießt – mit geschlossenen Augen – die letzten Sekunden, spürt das Kleidungsstück an ihrer Haut heruntergleiten und spürt die zärtlichen Berührungen des Mannes, der sie in den Tod führt. Ihre Haut schreit nach Liebe. Kleine Härchen stellen sich auf. Auf ihren Schenkeln bildet sich Gänsehaut. Dann steht sie, in ihrer verletzlichen Nacktheit, die Hände auf dem Rücken gefesselt, mit der Schlinge um den Hals, ihren Henker mit einer Mischung aus gezügelter Leidenschaft und namenlosem Entsetzen anblickend, an der Schwelle zum Sterben. Sieht vor sich die zappelnde Kleine, die sich immer noch verzweifelt mit Häschensprüngen Luft verschaffen will, die noch immer nicht von ihrem jungen, verlorenen Leben lassen kann.

Kerstin spürt ihre Brüste regelrecht wachsen. Die Nippel steif und groß. Die Brüste heben und senken sich im erregten Rhythmus ihres Atmens. Sie kann nicht anders, obwohl sie es besser weiß, sie pumpt, so schnell und so heftig sie kann, Luft durch ihre Lungen. Lebensgier, Todesangst und Geilheit rauben ihr fast den Verstand.

Der Transporthaken zieht die Schlinge straff. Es ruckt kurz an Kerstins Hals, ihr Kehlkopf wird eng eingeschnürt – ein bitterer Vorgeschmack auf das, was kommt. Kerstin weiß, was dieses Rucken bedeutet: Von nun an ist alles einem unaufhaltsamen Ablauf untergeordnet. Sie wimmert leise und schämt sich zugleich ihrer Schwachheit, sie will nicht als jammerndes Bündel vor dem Mann stehen, sie blickt fragend zu ihm, der nun hinter sie tritt. Er umfasst ihre Schultern, prüft den Sitz der Schlinge, streicht ihr lockiges Haar beiseite und küsst sie auf den Hals. Kerstin zittert. Gleich muss es so weit sein, gleich, gleich. Sie weiß, es sind nur noch Sekunden, sie schließt dich Augen. Sie bebt vor Todsangst und Liebeslust. Eine Welle durchpulst sie, die sich wie Schüttelfrost anfühlt. Sie genießt ihre letzten Sekunden, sie spürt das Brodeln auch im Unterleib und zwischen den Beinen, wo ein elementares Ereignis sich anbahnt.

Ihr Blick geht zu der Kleinen, deren Körper von einem unbeherrschten Zittern geschüttelt wird – sie ist dem Tod jetzt schon ganz nahe, ihre Augen blicken flehentlich, als könnte Kerstin, die ihr auf dem Weg in den Tod gleich folgen wird, ihr beistehen, wenn sie denn ebenfalls hängt.

Kerstin hat ein flaues Gefühl zwischen den Beinen. Ihre Knie zittern. Sie reibt ihre Schenkel aneinander. Das Geräusch des reibenden Fleisches. Sie meint, ihre eigene Erregung zu riechen. Ihr Körper will ficken, nicht sterben.

8:49 Uhr. Der Wachmann tritt hinter Kerstin. Er umfasst ihre Pobacken. Knetet das verlockende Fleisch leicht mit den Händen.

Kerstin flüstert keuchend: „Nein, nein, noch nicht, bitte nein, bitte, bitte, nein ...“

Sie leistet seinen Händen Widerstand.

„Bitte, nein, nein ...“

Er streichelt beruhigend ihre Pobacken. Er weiß, wenn er sie nicht sanft in den Abgrund schubst, wird die Maschine sie grob hinunterreißen, das will er der Frau ersparen. Kerstin lockert sich. Erneut schiebt der Wachmann sie nach vorn, erneut stemmt sie sich dagegen, spannt alle Muskeln an, um nicht von der Plattform zu rutschen. Der Wachmann erhöht dabei wieder den Druck nach vorn. Kerstin kann das Gleichgewicht nicht mehr halten – ein ersticktes „... o mein Gott!“ Sie gibt den Widerstand auf und lässt sich nach vorn fallen.

Kerstins Füße rutschen übers Podest, machen dabei ein leise schleifendes Geräusch. Kerstin steigt auf die Zehenspitzen, sie sucht verzweifelt Halt, versucht das Gleichgewicht zu halten, dann rutschen ihre Füße endgültig vom Podest.

Der Wachmann beobachtet sein Opfer. Ihre weit aufgerissenen Augen. Ihr kurzer, gellender Schrei, als der kurze Sturz ins Bodenlose beginnt. Ein Schrei, der abgeschnitten wird in einem gurgelnden Laut des Erstickens.

Kerstin fühlt in diesem Moment einen heftigen Schmerz. Die Schlinge zieht sich unter ihrem Gewicht zusammen. Ihr Kehlkopf wird zerquetscht; das alles erlebt sie bei vollem Bewusstsein in den ersten Momenten ihres Baumelns.

Der Wachmann sieht fasziniert zu, wie sich ihre runden Pobacken fest anspannen, während sie ins Leere rutscht. Die gefesselten Hände darüber sind angespannt und verkrampft. Die Schlinge zieht sich zu, Kerstins Kinn wird gegen ihre Brust gedrückt. Die Zunge quillt aus dem Mund. Ihre Augen weiten sich.

Ihre Beine schwingen frei über der Grube. Alle ihre Muskeln angespannt. Kerstins dicke, aber wohlgeformte Waden im Spiel der Muskeln faszinieren ihn besonders. Das Suchen der Beine nach Halt beobachtet er bei allen, die er hängt. Es macht ihm eine besondere Art von Lust. Das Verzweifelte dieser Suchbewegungen, als wollten die Muskeln und Nerven ihrer Beine nicht glauben, was der Frau gerade widerfahren ist. Langsam werden die tastenden Suchbewegungen ihrer Beine heftiger. Kerstins Füße, frei schwingend, sind noch in der Position angespannt, wie zuletzt auf dem Podest.

Der Wachmann schließt kurz die Augen, ehe er wieder den Todeskampf seiner Kerstin beobachtet. Die Frau schwingt hin und her. Der Wachmann ist jetzt neben ihr auf dem Gerüst, fängt ihre pendelnden Bewegungen auf. Er vernimmt ihre gurgelnden Laute, die ihre letzten Worte ersticken. Ihre gefesselten Arme nehmen den vergeblichen Kampf auf, um sich aus den Fesseln zu befreien und dem abgeschnürten Hals zur Hilfe zu kommen.

Kerstins Augen, weit aufgerissen, suchen den Wachmann, ihre Zunge quillt aus dem Mund. Sie röchelt.

Der Wachmann sieht der Zappelnden zu. Kerstins wild strampelnde Beine veranstalten einen sehenswerten Tanz, der die ersten beiden Minuten ihrer Leidenszeit ausfüllt Der Wachmann streichelt ihr über die Pobacken und über die schön gewölbten Vorderseiten ihrer Oberschenkel. Kerstins gefesselte Arme wollen hinter dem Rücken nach vorn greifen. Der Wachmann gibt ihr die Hand, drückt sie, will sie beruhigen.

In der dritten Minute beginnt Kerstin mit den Beinen auszutreten wie beim Brustschwimmen. Mit jedem Lufthüpfer schafft sie sich für Bruchteile von Sekunden Erleichterung – zu wenig aber, um Luft zu holen. Mit jedem Lufthüpfer zittern ihre Brüste für einen Moment nach. Mit jedem Hüpfer zieht sich auch die Schlinge etwas enger zu. Der Wachmann streicht der Kämpfenden die Haare aus der Stirn. Kerstins Beine tasten nach dem seitwärts verlaufenden Gerüst. Stoßen an, verfehlen das Ziel. Einmal kann sie sich mit den Füßen kurz abstützen, fällt aber wieder in die Mitte zurück. Sie versucht es ein zweites Mal. Scheitert. Ihre Augen schreien „Hilf mir doch!“. Der Wachmann, von ihrem Tanz und der Leidenschaft, die von ihr ausgeht, erregt, fasst sich in die Hose, zupft zurecht, was da gewaltig spannt.

Der Mangel an Sauerstoff löst eine Explosion in Kerstins Körper aus. In gewaltigen Wellen rast der letzte Orgasmus durch ihren Leib. Man sieht am Beben ihres Bauchfleisches, was in ihrem Unterleib tobt. Jetzt ist der Moment heran, den sie erseht und gefürchtet hat, als sie mit dem Wachmann in der Kabine war: der Orgasmus, der ihr das Gefühl gibt, durch die Möse zu atmen. In ihrem Kopf wird es hell und heißt vor Lust und vor Schmerz.

Die Gehängten werden an den Transporthaken automatisch nach vorn gezogen. Die nächste Verurteilte – eine schlanke Neunzehnjährige mit einer Model-Figur – wird auf das Podest geschoben, man hört sie rufen: „Nein, nein, lasst mich, ich will nicht sterben, lasst mich doch.“ Worte, die in ein Wimmern übergehen und in einem erstickten Schrei enden, als ihr persönlicher Bewacher sie vom Podest stößt und die Schlinge ihr den Hals abschnürt. Während die andere Frau ihren letzten Tanz beginnt.

Sekret dringt stoßweise aus Kerstins Liebespforte. Auch der Abschiedsgruß des Wachmanns kommt wieder zum Vorschein. Ihre Beine reiben jetzt schnell aneinander, wie ein Trommelwirbel, bald zieht sie die Fußspitzen an, wie um sich mit den Fersen abzustoßen, bald strecken sich ihre Füße wieder, so weit sie nur können.

Bei der Suche nach einem Halt reiben Kerstins Unterschenkel aneinander, ihr rechter Fuß versucht sich an der linken Wade abzustützen. Diesen letzten Versuch, gleichsam an sich selbst hochzusteigen, wiederholt sie zweimal, bevor sie aufgibt. Ihre Füße streckt sie durch und die Wadenmuskeln spannen sich.

Der Wachmann weiß, dass Kerstin jetzt extremen Sauerstoffmangel erleiden muss, dass sie dem Wahnsinn nahe ist. An Kerstin vorbei schaut er zu der Jungen, deren Körper noch immer zuckt. Dann zurück zu Kerstin. In der vierten Minute macht sie den Sessel, zieht beide Beine an, als wollte sie aus der Schlinge steigen, mehrfach verharrt sie mehrere Sekunden lang so, spreizt dabei die Beine und strampelt, als ob sie springen wollte. In der fünften Minute macht sie Häschensprünge in der Luft und strampelt sich ab wie ein Radfahrer. Noch immer ist sie bei Bewusstsein. Sie hat einfach zu viel Luft in die Lunge gepumpt, wie eine Apnoetaucherin. Sie reibt ihre Schenkel schnell aneinander, dreht und wendet ihr Becken, womöglich hat sie einen Orgasmus dabei. In der sechsten Minute legt sie einen Sprint ein, als ob sie mit höchster Anstrengung auf der Stelle tritt. Dann streckt sie ihre Beine und Fußspitzen, alle Muskeln kontrahieren in einem rasend schnellen Zittern und Zucken, das sich – wie anfallsweise – periodisch wiederholt. All ihre Muskeln unter der Haut vereinigen sich dabei zu einem faszinierenden Wellenspiel.

Kerstin ist jetzt jenseits aller Schmerzen, ihre Sinne schwinden.

Der Wachmann findet, dass  Kerstins gestreckte Beine von hinten besonders schön aussehen. Die Füße gestreckt, beide Beine eng zusammengepresst. Das Zucken ihrer Fußspitzen. Die Waden, das Spiel der Muskeln. Die Kniekehlen. Die Oberschenkel. Der Po, das Wackeln der Pobacken, wenn ihr Körper noch einmal zuckt. Ihr Fleisch, das wohlgeformt, aber nicht sehnig durchtrainiert ist, gut gepolstert unter der hellen Haut. Darüber die gefesselten Hände, die ebenfalls noch ein paar Mal zucken. Ein perfektes Bild einer Sterbenden.

Der Wachmann streichelt Kerstins Schultern und Arme, ihren Rücken und Po. Sie verliert jetzt endgültig das Bewusstsein. In der siebten Minute werden ihre Zuckungen seltener, am Ende löst sich der Krampf, der Kampf ist zu Ende, ihre Muskeln werden schlaff. Ihr Gesicht entspannt sich. Ihre Augen erlöschen.

Der Wachmann weiß, dass Kerstin jetzt tot ist, auch wenn ihr Herz noch ein paar vereinzelte Schläge tun wird. Er inspiziert die Schöne, vom Nabel an abwärts genießt er die die Rundung der Hüften, die prallen, schön geschwungenen Schenkel, die Unterschenkel, die harmonisch in die gestreckten Füße übergehen.

Der Wachmann tritt an Kerstin heran, dreht sich die hängende Gestalt so hin, dass er vom Gerüst aus die Brüste der Toten umfassen kann, greift sich ein Stethoskop und hört nach Herztönen Kerstins. Da er nichts mehr vernimmt, packt er das Stethoskop weg, lässt die Erhängte zurückpendeln und notiert ins Protokoll. „Kerstin Hallstein. Verhaftet: 7:58. Verurteilt 8:28. Exekutionsbeginn: 8:49. Eintritt des Todes: 8:56:22. Delinquentin leistete keinen Widerstand.“

Kerstin baumelnd am Strang. Hinter ihr schwingen sanft die Junge, die Brünette und die Vollschlanke. Vor ihr kommt bei der Fahrt zurück die Neunzehnjährige ins Bild. Die Transporthaken rucken automatisch eine Position vor, um Platz für die nächste Verurteilte zu schaffen. Dadurch werden die Gehängten in Schwingung versetzt. Nur die Neunzehnjährige ist noch bei ihrem letzten Tanz. Aber schon summt es wieder an der Tür und eine schwangere Vietnamesin wird herausgebracht. Keine Stunde ist seit Kerstins Verhaftung vergangen. Wachmann prüft den Sitz der Schlinge um Kerstins Hals, streichelt im Fortgehen ihre Möse und ihre Schenkel.

Posted: 14-Apr-2014 - 0 comment(s) [ Comment ] - 0 trackback(s) [ Trackback ]

The Execution of Margit

 

Margit, eine 29-jährige Frau, aschblond, vollschlank, breithüftig mit vollen Oberschenkel und runde Waden, sitzt auf der Pritsche in ihrer Zelle. Außer der Pritsche gibt es einen Tisch und einen Stuhl. Die Pritsche ist ohne Bettzeug und Laken, denn niemand schläft hier. Es ist eine Zelle, in der man nur wenige Stunden verweilt und die man nur einmal verlässt – um nicht wiederzukehren: die  Todeszelle.

Margits Haut ist von hellem Teint, gut unterpolstert und wirkt makellos glatt. Nur eine kleine Narbe am Kinn deutet auf eine Verletzung aus Kindertagen. Bekleidet ist sie mit einem einfachen Kittel, der an den Schultern geköpft ist. Wenn sie sitzt, reicht der Kittel nicht einmal an die Knie. Wenn sie aufsteht, steht der grobe Stoff wie eine Glocke, die oberhalb der Knie endet

Margit starrt gegen die Wand, wartet, dass die Zeit vergeht. Wartet, dass man sie holt.

Von draußen nähern sich Schritte. Vor ihrer Zellentür enden die Schritte.

Jetzt, denkt Margit.

Die Zelle wird aufgeschlossen. Margit steht auf. Eine Mann und eine Frau in Uniform treten ein. Der Mann verliest ein offizielles Dokument: „Margit Möhring, Sie sind wegen Hochverrats zum Tod durch den Strang verurteilt. Das Urteil wird heute vollstreckt. Haben Sie einen letzten Wunsch? Ich füge hinzu: Ihr Wunsch darf den Ablauf der Hinrichtung nicht verzögern.“

„Ich würde mich gern von Mark verabschieden“, sagt Margit. „Mark Hendricks. Er ist mit mir zusammen verhaftet worden. Geht das?“

Der Mann blickt zur Frau, die Frau nickt. Der Mann sagt schließlich: „Wir haben erwartet, dass Sie diesen Wunsch äußern werden. Herr Hendricks hat bereits mehrmals um eine Besuchserlaubnis gebeten. In Anbetracht der Tatsache, dass es die letzte Besuchsgelegenheit sein wird, hat die Anstaltsleitung zugestimmt. Wir werden Ihnen Ihren Mark herbringen. Aber denken Sie daran: Sie haben ein nur wenige Minuten.“

Die beiden Beamten verlassen die Zelle.

Margit setzt sich. Sie ist aufgeregt. Dass Mark tatsächlich noch zu ihr kommen wird? Sie kann es kaum glauben. Dass er schon mehrfach den Besuch beantragt hat? Sie berührt mit der rechten Hand ihre linke Brust, knetet sie etwas, zieht mit der linken Hand den Kittel hoch und streichelt die Innenseite ihres Oberschenkels. Sie denkt dabei an Mark, der im gleichen Gefängnis einsitzt und noch auf sein Urteil wartet. Aber vielleicht ist auch sein schon gefällt? Vielleicht weiß auch Mark schon, dass er sterben muss? Und nur noch nicht, wann. Das war überhaupt sie schlimmste Tortur, zu wissen, dass man gehängt werden würde, mit jedem Schließen der Zellentür damit zu rechnen, dass man in die Todeszelle geführt wird. Und das Tag für Tag, drei Wochen lang seit der Urteilsverkündung. Margit empfand es nach diesen drei Wochen als regelrecht als Erlösung, als man sie heute Morgen holte. Jetzt hat sie Gewissheit: Heute wird es sein. Heute wird sie nur noch einmal durch die Gänge des Zellentrakts gehen: zum Galgen.

Dutzende Mal hatte sie sich ausgemalt, wie ihr letzter Tag aussehen würde, wie sie denen ins Gesicht schauen würde, die sie in den Tod schicken, wie sich der Kittel anfühlen würde, den vor ihr schon viele Todeskandidatinnen getragen hatten, wie sich die Schlinge anfühlen würde, die man ihr um den Hals legt, wie der Tod schmecken würde, wenn er ihr den Hals abschnürt. Und dann war alles ganz gewöhnlich. Die Tür der Todeszelle knallte mit dem gleichen Laut zu wie alle anderen Zellentüren. Der Kittel, den sie in der Anstalt „das letzte Hemd“ nannten, hat sie noch nicht bekommen, aber wie anders sollte er sich anfühlen, als hässlicher Stoff sich eben anfühlt, wenn man sich über den nackten Körper streift. Nur eine große Leere war da.

Und doch war auf einmal alles anders. Die Leere füllt sich mit Erwartung. Die Erwartung wird Erregung. Gleich würde Mark kommen. Sie spürt die Erregung, in die sie ihre Erwartung versetzt, von den Haarwurzeln bis in den Schoß.

Margit muss nur wenige Minuten warten. Dann hört sie erneut Schritte und Schließgeräusche. Mark wird in die Zelle gestoßen und die Tür schließt sich wieder, ohne dass die Beamten sich blicken lassen.

Margit springt auf, umarmt ihren Geliebten.

„O Mark, Mark, Mark, ich liebe dich, dass du kommen konntest, ich liebe dich so sehr!“, flüstert sie ihm ins Ohr. Ihr Atem ist heiß und geht erregt. Immer schneller.

Beide halten inne. Schauen einander an. Küssen sich sanft und vorsichtig. Mark bedeckt ihren Hals mit Küssen, im Ausschnitt ihres Kittels den Brustansatz. Kniet vor ihr nieder, umfasst ihre Oberschenkel, lässt die Hände unter ihren Kittel gleiten, umklammert ihren Hintern, der nackt ist unter fadenscheinigen Stück Stoff, das Margit trägt. Er vergräbt seinen Kopf im Schoß der Geliebten, verzweifelt, weil er weil weiß, dass dieses herrliche Weib, das er so liebt, in wenigen Minuten sterben wird. Der Kittel riecht nach Anstalt, nicht nach Margit. Erregt schiebt er ihren Kittel hoch, vergräbt sein Gesicht in ihrem unrasierten Dreieck, atmet sein Geruch der Frau ein, ganz tief, küsst ihre Schenkel, zuerst von vorn, dann an den Innenseiten. Bereitwillig spreizt sie die Beine. Mark tastet sich mit Lippen und Zungen voran bis zu ihren unteren Lippen, die schon groß sind und feucht, und sichtbar und fühlbar und riechbar mehr wollen als nur seine Zungenspitze.

Margit atmet heftiger.

Mark steht auf. Sie küsst ihn. Heftig, saugend, fordernd. Er zieht sie dicht zu sich. Sie stöhnt, umklammert mit einem Bein seine Hüfte.

„O Mark, es ist so schade, ich hätte so gern ein Kind …“

Mark erstickt ihre Worte mit einem Kuss. Sie greift mit beiden Händen unter sein Hemd, zerkratzt seinen Rücken so leidenschaftlich, dass er stöhnt.

Schließgeräusche an der Tür lassen sie auffahren. Keine Zeit für Sex, wie es scheint. Beide lauschen. Es bleibt still hinter der Tür. Mark hat einen enormen Ständer in der Drillichhose, die schon mit einem dunklen Fleck anzeigt, wie es um ihn steht. Wenigstens Zeit für einen Quicky?

Margit zieht Mark die Hose herunter.

„Mach schnell! Liebster!“

Sie rafft ihren Kittel hoch. Greift sich seinen Schwanz, zieht ihn sich in die Möse, die sich bereitwillig und erwartungsfeucht für den letzten Fick ihres Lebens öffnet. Keine Zeit für ein Vorspiel, keine Zeit zu verschwenden, die Gier flammt in ihr auf. Sie stöhnt. Wieder umklammert sie mit einem Bein seine Hüfte. Er drückt sie gegen die Zellenwand, greift ihr mit beiden Händen unter den Po und lässt sie auf seinem Schwanz reiten. Ihre Möse saugt sich an seinem Ständer fest, der Blitzfick des Paares verursacht schmatzende Geräusche.

Margit braucht nur wenige Sekunden, um zum Höhepunkt zu kommen. Sie hechelt und japst mit jedem der schnellen Stöße, die auf ihre Möse einhämmern. Sie unterdrückt das lustvolle Brüllen, nach dem ihr eigentlich ist. In wachsender Erregung biegt Margit, immer heftiger hechelnd, ihren Hals zurück. Entblößt und dehnt genau die Stelle, an welcher der Strang ihr in ein paar Minuten den Atem abschnüren wird.

Mit einem dumpfen, grunzenden Stöhnen nimmt sie Abschied von Mark und vom Leben. Mark feiert seine todgeweihte Geliebte mit einem Geschenk, das sich in zehn heißen Wellen in ihren Schoß ergießt. Margit wimmert bei jeder dieser Wellen vor Lust und Traurigkeit.

Erneut sind Schließgeräusche an der Tür zu hören. Mark zieht erschrocken seinen Schwanz aus der Geliebten. Beide erstarren. Doch die Tür geht noch nicht auf. Noch eine letzte Gnadenfrist? Margit lässt sich rücklings gegen Mark sinken, der sie von hinten umfasst, ihre Brüste knetet und in ihren Hals beißt, was Margit schon immer regelrecht verrückt gemacht hat. Sie geht leicht in die Knie und richtet sich wieder auf, reibt sich an Mark, dessen Ständer schon wieder Form und Fassung gewinnt, lässt sich von hinten aufgabeln, erschrickt für einen Moment, weil Mark ihre Hintertür durchstößt und sie in den Arsch fickt, den frisch klistierten, lässt es geschehen, obwohl sie es sonst nie leiden konnte, weil es das Letzte ist, was sie Mark schenken kann, findet es am Ende – am Ende! – doch noch schön, nimmt alles auf, was Mark ihr gibt. Keuchend und stöhnend entlädt er sich in ihr ein zweites Mal. Schließlich lassen die beiden voneinander ab. Wischen sich trocken. Ziehen sich wieder an. Richten ihre Kleidung. Dann hören sie erneut Schließgeräusche. Diesmal öffnet sich die Zellentür.

Die Wärterin erscheint. Ihr Gesicht ist gerötet. Sie wirft Margit einen tiefen Blick zu. Und Margit weiß nach diesem Blick, dass die Wärterin ihrem Liebesspiel zugesehen hat. Auch wenn die eine auf der Seite der Henker und die andere auf der Seite der Verurteilten steht: Frauen erkennen einander – und wenigstens in dieser einen Frage fühlen sie miteinander.

Dann weist die Wärterin Mark mit einer Kopfbewegung zur Zellentür.

„Sei tapfer, meine Kleine, sei stark“, kann er Margit noch zurufen, bevor ihn ein Beamter in Empfang nimmt, der ihn in seine Zelle zurückbringen wird.

Margit antwortet mit brüchiger Stimme: „Das werde ich. Das werde ich sein, Liebster. Du auch. Leb wohl und vergiss mich nicht.“

Mark hört es nicht mehr, als er weggeführt wird. Die Uniformierte reicht Margit ein Handtuch. Damit reinigt sich die Verurteilte im Schritt. Dann reicht sie Margit den Exekutionskittel, ein graues Minikleidchen mit Spaghettiträgern, das eher einem Unterkleid gleicht. Jenes Kleidungsstück, das sie in der Anstalt „das letzte Hemd“ nennen.

Margit schlüpft in das Kleid, das über den Hüften etwas spannt, und schaut sich um, als suche sie einen Spiegel. Ein Kopfnicken der Wärterin besagt, dass es so bleiben kann. Dann bedeutet sie Margit, ihr den Rücken zuzudrehen. Sie dreht Margits Arme nach hinten fixiert ihre Hände mit Handschellen auf dem Rücken. Margit leistet dabei keinen Widerstand. Und die Wärterin tut ihr nicht mehr an, als sie muss.

Margit bewegt die Finger ihrer gefesselten Hände. Sie hebt die Hände um eine Kleinigkeit von ihrem Po, der sich wunderbar plastisch unter ihrem Kittel modelliert. Der minimale Spielraum, den ihre Arme jetzt noch haben, macht ihr schlagartig ihre ganze Hilflosigkeit bewusst. Sie steigt auf die Zehenspitzen, schließt die Augen, reckt das Kinn, als könnte sie die Schlinge jetzt schon spüren. Das Kinn zittert leicht. Margit schluckt. Die Wärterin beobachtet die Bewegung des Kehlkopfs, der in wenigen Minuten zerdrückt sein wird. Sie streicht Margit die Haare aus der Stirn und berührt leicht die zarte Haut der Verurteilten.

Margits Lippen öffnen sich leicht. Sie atmet tief, pustet die Luft durch den Mund aus, wie um sich selbst Mut zu machen.

„Danke“, sagt sie leise zu der Uniformierten.

„Sind Sie bereit?“

Margit nickt. Sie schlüpft mit nackten Füßen in einfache Flipflops und wird aus der Zelle geschoben.

Margit geht vor ihrer Bewacherin her. Margits nackte Füße erzeugen mit den Sohlen der Flipflops ein platschendes Geräusch. Sie biegt um die Gangecke. An dieser Ecke bleibt die Uniformierte ein paar Schritte zurück, um der Verurteilten hinterherzuschauen. Das Licht durchscheint von vorn Margits dünnen Kittel; man sieht darunter die fleischigen, doch überaus wohlgeformtem Schenkel. Ihr prachtvoller Hintern modelliert sich mit jeder Bewegung beim Gehen neu. Margit merkt, dass ihre Begleiterin ein kleines Stück zurückgeblieben ist. Was wird sie sich denken, wenn sie ihr jetzt hinterherschaut. Ob ihr in den Sinn kommt, dass sie vielleicht selber diesen Weg zum Galgen gehen muss, wenn e s mal anders kommt?

Ein uniformierter Beamter empfängt sie. Er studiert eine Kladde.

„Margit Möhring. Sie sind wegen Hochverrats zum Tod durch den Strang verurteilt. Die Hinrichtungsart berücksichtigt die besondere Schwere des Verbrechens. Alle Rechtsmittel sind ausgeschöpft. Ihr Gnadengesuch wurde abgewiesen. Wenn Sie es wünschen werden wir jetzt Ihrer letzten Worte protokollieren. Die Hinrichtung wird danach sofort vollstreckt.“

Margit verzieht den Mund. „Ich sage nur eins: Ich bin unschuldig! Protokollieren Sie das!“

Der Beamte schreibt.

„Unterschreiben Sie, dass ich Ihre Aussage korrekt wiedergebe und dass Sie das Urteil verstanden haben.“

Die Wärterin schließt Margits Handschellen auf. Margit reibt sich die Gelenke, nimmt den Stift, zögert.

„Und wenn ich nicht unterschreibe? Bleibe ich dann am Leben?“

Der Beamte antwortet ernsthaft: „Nein.“

Margit unterschreibt, wirft den Stift auf das Schreibbrett und reckt ihre Arme wieder nach hinten, wo die Wärterin sie über dem Po fesselt.

Beide verlassen den Vorraum durch eine Tür, hinter der sich der Hinrichtungsraum der Strafanstalt befindet.

Margit stockt. Ihre Augen weiten sich vor Schreck. Ihr Mund öffnet sich leicht. Bislang war der Tod abstrakt. Jetzt sieht sie die Apparatur, die ihr das Leben nehmen wird: das hölzerne Podest mit dem Balken, an dem die Schlinge bereits auf sie wartet. Und den Mann, der ihr diese Schlinge um den Hals legen und den Hebel ziehen wird, der die Falltür unter ihr öffnet. Und die Zeugen, ungefähr zehn Personen, fast alles Männer, die darauf warten, sie zappeln zu sehen.

Margit atmet tief. Sie fasst sich. Sie nickt der Wärterin zu, die jetzt zurückbleibt, geht die letzten Schritte zum Galgen allein. Sie wirkt entschlossen. Ihre Schritte sind nicht unsicher. Sie geht auf den Galgen zu, als würde sie eine letzte schwere Arbeit angehen.

Am Fuß der Treppe, die auf das Podest führt, streift sich Margit bedächtig die Flipflops von den Füßen, steht barfuß vor der Treppe und macht den ersten Schritt nach oben. Leicht schwankt sie, es ist nicht zu leicht, mit hinter dem Rücken gefesselten Händen eine Treppe zu steigen, ohne zu schwanken. Aber es ist nicht nur das. Es ist ein großes Schaudern in ihr, als ihr bewusst wird, was sie tut, wohin sie geht – dann fängt sie sich. Alles wird sie jetzt zum letzten Mal tun, zum letzten Mal wahrnehmen

Margit geht langsam, um mit gefesselten Händen nicht zu stolpern, die zwölf Stufen nach oben, auf der ersten Stufe strauchelt sie noch ein wenig, dann gewinnt sie ihre Sicherheit zurück. Sie genießt jeden Schritt. Um sie herum ist Stille. Die Blicke der beteiligten Beamten und der Zeugen folgen ihr. Sie sehen bei jedem Schritt ihre geschwungenen Waden und ihre fülligen Oberschenkel, an denen sich die Muskeln spannen und das Fleisch erregend zittert. Es ist still geworden. Nur das leise Geräusch ihrer nackten Fußsohlen auf den hölzernen Stufen der Treppe ist zu vernehmen.

Die Vollzugsbeamten und Zeugen schauen von unten auf Margits stramme Schenkel, die gerade die letzte Stufe nehmen. Man sehen – oder ahnen sie es mehr? – ihre behaarte Möse. Sie sehen die Wölbungen ihrer Pobacken. Sie sehen die Verurteilte auf dem Blutgerüst stehen, mit leicht gespreizten Beinen. Nervös wippt sie leicht mit dem rechten Bein, die Muskulatur ihrer Wade zittert in diesem Rhythmus mit, dabei bewegt sich das Kleid so, dass man von unten immer wieder einen kurzen Einblick bekommt. Dieses Wippen war bei ihr schon immer eine Geste der Verlegenheit oder der Ungeduld. Der Ungeduld? Margit erschrickt über sich selbst. Geht es ihr nicht schnell genug, ihr junges Leben zu verlieren?

Der Henker hat sie auf dem Podest erwartet – und lässt sie warten. Herausfordernd blickt sie ihn an. Dann schaut sie herunter auf die Zeugen. Es sind neun, sieben Männer und zwei Frauen. Dass die Männer es geil finden werden, was sie gleich zu sehen bekommen, na ja, das ist eben typisch Mann, denkt sie. Aber warum sind die Frauen hier? Sie schaut den beiden Frauen da unten ins die Augen, aber die eine wie die andere hält ihrem Blick nicht stand. Auch eine Antwort, denkt Margit, und schaut wieder den Henker an. Sie wird ihre letzten Minuten nicht in Demut verbringen. Ganz leicht zittert Margits Kinn. In ihr ist gleichzeitig Furcht, ihr Leben zu verlieren, und Entschlossenheit, den Kampf mit der Schlinge aufzunehmen – eine explosives Gefühlsgemisch, angeheizt von den Hormonen, die der Sex mit Mark freigesetzt hat. Dabei ist ihre Forschheit zu einem Gutteil gespielt. Im Magen ist ihr elend zumute, ihre Angst und Erregung spiegelt sich in ihrem Gesicht. Und der Henker hat die Gesichter von Hunderten gesehen, die hier vor der Schlinge standen. Er schaut der Verurteilten in die Augen, wie er es immer tut. Doch man sieht ihm an, dass heute etwas anders ist als sonst, dass ihn Margits Anblick trifft und tief berührt. Und zugleich erregt.

Auch Margits Blick verändert sich. Urplötzlich. Als sei eine Uhr stehen geblieben und hätte angefangen, sich in die andere Richtung zu drehen. Sie hört auf, mit dem Bein zu wippen. Es ist, als ob beide einander erkennen. Alles Folgende ist eine Art Liebeswerben. Es findet unter Zeugen statt, aber das ist Margit, die in den Tod geht, egal, und der Henker kann sich ihrem Werben nicht entziehen; außerdem wissen es die Zeugen zu schätzen, wenn der Henker die Delinquentin zu einer guten Performance bringt.

Was passiert hier mit mir, fragt sich Margit. Sie spürt noch ihren Geliebten in ihrem Leib und hat urplötzlich eine unbezähmbare Lust auf diesen anderen Kerl da, den Henker? Wie ist das möglich? Und dieser andere scheint ihr mit einem Blick zu sagen: Unter dem Strang ist alles möglich. bricht schließlich das Schweigen. Sie fragt betont sachlich, so schwer ihr das fällt: „Wird es schnell gehen?“

„Nein“, antwortet der Henker, der sich über die Unsicherheit seiner eigenen Stimme wundert. „Das Urteil schreibt mir vor, den Eintritt des Todes so lange wie möglich hinauszuzögern.“

„O Gott, nein!“

Der Henker zeigt ihr den Strick. „Der Knoten wird so angelegt, dass die Schlinge nicht sofort die Halsschlagader abschnürt, sondern nur den Kehlkopf. Du wirst also nicht so schnell bewusstlos, wie du das vielleicht hoffst. Das Material ist weich, aber es wird dir dennoch wehtun.“

Margit will nach dem Strick greifen, unwillkürlich zucken ihre Oberarme, bevor ihr Gehirn registriert, dass ihre Hände hinter dem Rücken gefesselt sind. Der Henker bemerkt ihre Geste, führt den Strick zu ihrem Gesicht und streichelt mit der Schlinge ihre Wangen und das Kinn, damit sie sich mit dem Werkzeug des Todes vertraut machen kann.

„Sind schon viele mit dieser Schlinge gestorben?“

„Viele.“

„Wer gestern?“

„Lara, eine litauische Agentin, 38 und schwanger. Zehn Minuten hat sie gezappelt, aber sie konnte sich und ihr ungeborenes Kind nicht retten.“

„Zehn Minuten? So lang werde ich also erleben, wie ich sterbe?“

„Ja. Wahrscheinlich. Vielleicht etwas weniger, vielleicht etwas mehr. Und du wirst um dein Leben kämpfen. Wie heute Morgen, eine Stunde vor dir, die halbwüchsige Drogenschmugglerin. Sie hat gekämpft, als würde ihr Hals den Strick erwürgen.“

„Ihr tötet auch so junge …?“

„Wir richten Verbrecher.“

In ihren Augen spielt spiegelt sich die schreckliche Erkenntnis, dass sie in wenigen Augenblicken ihr Leben verlieren wird. Ein kurzes, hemmungsloses Schluchzen, Tränen rinnen, sie will die Tränen mit dem Handrücken abwischen, aber ihre Hände sind auf dem Rücken gefesselt, ihre Arme zucken instinktiv in den Fesseln. Ein kurzer verzweifelter Aufschrei, zwei, drei heftige Atemzüge, dann hat sie sich wieder im Griff, sie strafft sich, schiebt leicht das Becken vor, reckt dem Henker ihre Leib entgegen.

„Alles okay. Fang an.“

Aus ihren Augen glimmt fast so etwas wie neugierige Erwartung. Sie beobachtet, wie ihr der Henker die Schlinge anlegt. Feierlich und fast zärtlich. Er wischt ihr dabei sanft die Tränen von den Wangen. Margit reckt ihr Kinn der Schlinge entgegen, schließt dabei die Augen, stößt einen wehmütigen Ton aus, als sie das Seil an ihrem Hals spürt. Ihr Kehlkopf hüpft, weil sie heftig schlucken muss. Der Henker platziert den Knoten sorgfältig, drückt Margits Kopf leicht zur Seite. Margit folgt bereitwillig seinen Händen, indem sie fast von allein in die Schlinge schlüpft. Er zieht die Schlinge zu. Sanft zunächst. Testet das Gleiten des Stricks in der Öse, schieb das stehende Ende des Seils ein paar Mal hin und her, um sicherzugehen, dass sich die Schlinge unter dem Gewicht der Verurteilten auch leicht zuziehen wird. Das zieht er die Schlinge fest, nicht so fest, dass sie würgt, eher wie einen zu engen Blusenkragen. Margit stöhnt. Der Henker streichelt Margits Haar und ihre Wangen. Margit genießt diese letzten Berührungen. Sie schließt die Augen. „Du hast zärtliche Hände. Schade, dass du mein Henker bist.“

Der Henker zieht eine Schere aus der Gesäßtasche seiner Montur und zerschneidet über ihren Schultern die Spaghettiträger des Exekutionskittels. Mit fast ritueller Langsamkeit geht er zu Werke.

„Muss das wirklich sein?“, fragt Margit.

„Alle Verurteilten gehen zu Gott, wie Gott sie erschuf.“

„Ich gehe nicht zu Gott, ich gehe ins Nichts.“

Der Kittel will nicht gleich fallen. Der Henker schaut mit Wohlgefallen auf die Körperpartien, die den Stoff am Fallen hindern, kickt den Stoff über Margits Brüste, bis sie entblößt sind. Sie sind nicht groß, aber fest und schön geformt. Die Nippel sind vor Erregung plastisch und hart. Der Henker spürt Margits sexuelle Erregung, die sich fast riechen lässt. Dergleichen ist ihm nicht fremd, wohl aber die Zärtlichkeit suchende Zuwendung der jungen Verurteilten. Der Kittel hängt an Margits Becken. Der Henker hilft nach, streift den Stoff über ihre Hüften, dabei ihre Rundungen sanft berührend. Margits Becken wirkt ausladend und einladend. Es ist breit, wie für ein Dutzend Kinder gemacht, die Hüften und Oberschenkel sind gut gepolstert. Die Waden stämmig, an den Innenseiten sind ihre Unterschenkel fast gerade, an den Außenseiten in einem sanften Bogen geschwungen, die Knie sind rund und fleischig. Nichts an diesem Weib ist knochig. Ihre Beine wirken wie solide Säulen, auf denen man ein langes Leben aufbauen kann. Doch Margits Leben wird nur noch Minuten währen und es werden Minuten furchtbarer Qualen sein, in denen die festen Säulen ihren Halt verlieren und verzweifelt kämpfen werden, um festen Grund zu finden. Der Henker stockt für einen Moment, halb kniend genießt er den Geruch und den Anblick ihrer Weiblichkeit. Streift das Kleidungsstück über den Po, bis es fällt. Margit beobachtet den Henker genau. Eine absurde Lust flammt in ihr auf.

Das abgestreifte Kleid liegt zu Margits Füßen. Margits weißes Fleisch leuchtet in der Tristesse der Szene hell und herausfordern. Der Henker nimmt das Kleid auf. Margit hebt erst den linken, dann den rechten Fuß, um aus dem Kleid zu steigen. Indem sie die Knie hebt, modellieren ihre Beine eine fleischliche Einladung zu Lust und Leidenschaft. Der Henker, der vor ihr kniet, streichelt ihr dabei die Fesseln.

Mit einem tiefen Atemzug richtet er sich wieder auf. Führt das Kleid an sein Gesicht. Atmet den Duft der Todgeweihten ein. Blickt Margit an – eine Liebeserklärung unterm Strang.

„Erregt es dich, Frauen sterben zu sehen?“, flüstert sie.

„Ja, sehr. – Erregt es dich zu sterben?“

Margit, zögert einen Moment, dann sagt sie entschieden: „Ja.“

Und wiederholt, flüsternd, wie im Rausch: „Ja, ja, ja, ja!“

„Manche Frauen bekommen ihren ersten und einzigen Orgasmus, wenn sie hängen und der Tod sie fickt.“

„Dann bist du ja ein richtiger Wohltäter.“ Sie blickt spöttisch. „Meinen ersten bestimmt nicht, dazu kommst du zu spät, aber hoffentlich noch einen letzten.“

Der Henker lächelt. „Am schönsten ist eine Frau im Augenblick ihres Todes. Wenn ich an ihren Augen erkennen kann, dass sie loslässt, wenn ihr bewusst wird, dass es vorbei ist. Niemals ist sie leidenschaftlicher. Niemals ist sie mehr Frau. Ich weiß es, ich habe schon so viele in den Tod geführt. – Bist du bereit?“

Margit schließt die Augen. Nickt schnell.

„Erfüllst du mir einen letzten Wunsch?“, flüstert sie ihm zu.

Der Henker blickt sie fragend an.

„Küss mich!“

Henker nimmt vorsichtig Margits Kopf, als wolle er den Sitz des Knotens prüfen und die Schlinge richten. Dabei, fast beiläufig, küsst er Margit, deren Zunge blitzschnell in den Mund des Mannes schlüpft. Sie steigt auf die Zehenspitzen und drückt sich ganz eng an ihn. Beide genießen einen entrückten Augenblick. Margit spürt den Schwanz des Henkers in dessen Hose wachsen; es erregt sie, dass sie ihn erregt, am liebsten würde sie ihn auf der Stelle vernaschen und bis zur völligen Besinnungslosigkeit mit ihm vögeln. Die unmittelbare Nähe des Todes löst die Lust auf 24 Stunden Dauersex in ihr aus. Der Henker spürt am Beben des Frauenkörpers, der sich an ihn presst, was mit der jungen Frau geschieht, und lässt geschehen, was mit ihm selbst dabei geschieht.

Sie löst sich von ihm, nachdem die erste heiße Welle sie durchpulst hat. „Jetzt bin ich bereit zu gehen.“

Der Henker tritt hinter Margit. Langsam und sanft, fährt er ihr mit dem Mittelfinger – am Hals direkt unter der Schlinge beginnend – nach unten das Rückgrat entlang. Margit erschaudert, zittert vor Wonne und mauzt wie eine Katze. Woher weiß er das?, denkt sie. Sie hat Schweißperlen auf dem Nacken. Er drückt zwei Punkte oberhalb ihrer Pobacken, eine Berührung, die sie zum Schaudern bringt. Alle ihre Hormone wallen auf, ihre Brüste scheinen sich um die Hälfte vergrößert zu haben. Sie spürt, wie ihre Schamlippen anschwellen und in ihrem Unterleib eine neue Welle anbrandet.

Margits Füße bewegen sich unruhig auf der Falltür. Ihre Oberschenkel reiben sich aneinander. Margits Mauzen geht in ein genussvolles Grunzen über. Ihre Knie beginnen ein wenig zu zittern. Und da kommt zum zweiten Mal ein Tsunami über sie, dass ihr fast die Sinne schwinden. Der Mann, der hinter ihr steht, hält sie fest, damit sie nicht bewusstlos in die Schlinge stürzt. Das wäre gegen die Regeln. Allmählich sieht sie wieder klarer und nimmt wahr, was der Henker jetzt tut.

Der Henker muss tun, was er tun muss. Er tut es jetzt, da die Verurteilte leicht weggetreten wirkt. Er zieht am Hebel. Die Falltür öffnet sich nicht mit einem Schlag, sondern zunächst nur einen Spalt weit. Der Strang spannt sich um Margits Hals.

„O Gott, nicht so! Nicht so!“

Angst steigt in ihr hoch, weniger Angst vor dem Tod, als die Angst vor dem grausam langen Sterben. Hastig hechelt ihr Atem, noch einmal pumpt sie Luft in ihren Körper, in der wahnwitzigen Hoffnung, das könnte ihr das Überleben sichern. Wenigstens noch ein bisschen! Nur noch ein bisschen. Oh, bitte!

Der Henker sieht Margits angstvollen Blick, neigt sich zu ihrem Ohr.

„Margit, vergibt mir, was ich jetzt tun muss!“, flüstert er. Dabei tritt er ganz dicht an sie heran und massiert mit einer Hand intensiv ihre angeschwollene Möse. Findet ihren Kitzler. Löst ein Beben ihres Körpers aus.

Margit, flüstert ebenfalls, bevor eine neue Welle, aufgepeitscht von Geilheit und Todesangst, sie überspült: „Ich vergebe dir. Ich vergebe dir.“

Mit einem schnellen Blick vergewissert sie sich, dass die Zeugen, unten vor dem Podest, mitbekommen, was hier oben passiert. Sie sieht, wie sich die sieben Männer an der Hose herumnesteln, sie sieht die glühenden Gesichter der Frauen, die beide ihre linke Hand im Schoß versenkt haben. Rubbel die Katz!, das ist es also ...

Der Henker haucht der Zitternden und Bebenden ins Ohr: „Ich liebe dich!“

Sie flüstert zurück: „Ich liebe dich auch!“

Noch kann Margit auf die Zehenspitzen steigen, um Luft zu bekommen. Aber sie kann sich auf den Zehenspitzen nicht lange halten, auf der leichten Schräge der teilweise geöffneten Falltür rutscht sie immer wieder ab, und wenn sie abrutscht, nimmt ihr der Strick die Luft. Sie macht kleine Trippelschritte auf der Stelle, um die günstigste Position auf der leicht geöffneten Falltür zu finden. Ihre Wadenmuskeln sind in höchster Alarmbereitschaft, um ihre Füße so weit zu strecken, wie es nur geht. Das Reiben der Oberschenkel aneinander steigert ihr Verlangen. Sie spürt ihr Schamlippen weiter anschwellen, sie fühlt in sich eine fast unerträgliche Ficklust.

Margit streckt den Hals, um dem Zug der Schlinge zu entgehen, reckt das Kinn nach oben. Ihr Atem geht keuchend, fast japsend, und schnell. Die plötzliche Atemnot löst den angestauten Orgasmus aus. Sie kann die Lustschreie nicht zurückhalten, die sich ihre Kehle unwillkürlich entringen. Lustschreie die in Angstschreie übergehen, in ein herausgeschrienes „Neiiiiin!“

Die beiden Frauen unten, vor dem Podest, schreien ebenfalls auf. Ganz offensichtlich teilen sie ihren Orgasmus mit dem der Verurteilten am Galgen. Unter einigen der männlichen Zeugen löst dieser Schrei eine natürliche sexuelle Reaktion aus.

Margits Brüste wippen heftig im Takt ihres stoßweisen Atmens.

Die Falltür öffnet sich um einen weiteren Spalt. Margits Füße suchen nach Halt, sie bewegen sich patschend in Richtung des Scharniers der Falltür, rutschen immer wieder ab. Margit schreit. Jetzt ist ihr der Tod so nahe und sie will nur noch leben. Das Keuchen geht in Gurgeln über. Von widerstreitenden Gefühlen gepeitscht schnappt sie nach Luft. Wenige Sekunden, die Margit wie Stunden vorkommen, vergehen in diesem Zustand.

Schließlich zieht der Henker den Hebel ganz durch. Die Falltür öffnet sich nun vollständig. Margits Füße schwingen frei. Das Gurgeln erstirbt mit einem erstickten Laut. Das Unumkehrbare hat eingesetzt. Für einen Moment scheinen ihre Beine wie im Schreck erstarrt; ihre Knie sind durchgedrückt, ihre Füße bis zum äußersten gestreckt. Alle Muskeln angespannt. Dann wird der schönen Frau bewusst, dass sie tatsächlich am Galgen baumelt, am Hals aufgehängt, dass der Strang ihren Hals zuschnürt, dass die Luft, die sie jetzt in den Lungen hat, die letzte ist, die sie je geatmet haben wird, dass ihre Hände hinter dem Rücken gefesselt sind, dass sie sich nicht befreien kann, dass sie hilflos dem ausgesetzt ist, was jetzt mit ihr geschieht: das Pendeln ihres am Hals aufgehängten schweren Körpers; sie bewegt ihre Schenkel und realisiert, dass ihre Beine ins Leere treten, dass sie nicht das Bewusstsein verliert, dass sie immer noch lebt, lebt, lebt, dass sie die Vollstreckung ihres Todesurteils erlebt. Sie versucht es noch einmal, spannt alle Muskeln in ihren Schenkeln und Waden an streckt ihr Beine bis in die Fußspitzen, so weit es geht, die Anspannung der Muskeln geht in ein schnelles Zittern über, jetzt überfällt Panik die schöne Frau, und mit der Panik kommt – erst jetzt – eine wirkliche Todesangst.

Der Knoten der Schlinge hat ihren Kopf nach vorn gedrückt. Sie schaut an sich selbst herunter, sieht ihre Füße in der Luft schweben, nimmt die Pendelbewegung wahr, in die sie das Weggleiten der Falltür versetzt hat, sieht ihre Füße vergeblich nach Grund tasten, sieht ihre Füße, ihre Zehen, sieht das Zittern ihrer Beine, sieht das Beben ihres Fleisches. Ein Zustand, der sie zugleich erschreckt und erregt. Versteht, warum man das „den letzten Tanz“ nennt. Sie beginnt den Verzweiflungskampf um ihr Leben, der von vornherein verloren ist. Ein Kampf um Liebesakte, die sie nie mehr genießen wird, ein Kampf um Kinder, die sie nie empfangen und gebären wird. Oh, Mark, Liebster! Oh du, der mich tötet! Fickt mich in alle meine Löcher! Fickt mich, ohne aufzuhören, aber lasst mich leben, lasst mich leben, lasst mich um Gottes Willen doch leben!

Ihr Hals wird von der Schlinge, die sich unter ihrem eigenen Gewicht immer enger zuzieht, vollständig abgeschnürt. Der beißende Schmerz, der am Beginn ihres Tanzes stand, endet plötzlich, wie abgeschaltet. Ihre Nippel sind steif. Ihr Zwerchfell saugt und pumpt verzweifelt und vergeblich, um den Lungen Luft zu geben

Nach allen Seiten tastend suchen ihre Beine Halt. Alle Muskeln ihrer runden Schenkel sind gespannt. Sie kämpft, sie ächzt, noch ist Luft in ihren Lungen.

Die Füße strecken sich, kreisen in den Gelenken auf der Suche nach etwas Festem. Margits Bewegungen gehen in ein verzweifeltes Strampeln über. Mit aller Kraft arbeiten ihre Beine, um dem Unausweichlichen zu entkommen. Das Fleisch der Oberschenkel zittert bei jeder ihrer Strampelbewegungen. Besonders erregend, wenn sie die Unterschenkel anwinkelt und ruckartig nach unten streckt, als ob sie einen Luftsprung machen würde. Die Muskeln oberhalb der Knie modellieren sich zu allzu flüchtigen Denkmälern ihres Kampfes. Wie Wellen auf einem See rollt das Zittern des Fleisches über ihren Leib. Für einen Moment hebt sie das rechte und streckt das linke Bein, bei angewinkelten Knien sehen ihre Schenkel besonders wuchtig aus. Der Henker muss sich eingestehen, dass er Schöneres selten sah, obwohl er doch schon Hunderte Frauen zu Tode gebracht hat. Dann versucht Margit, eine imaginäre Treppe in der Luft zu steigen. Die erregende Präsentation ihrer herrlichen Schenkel wiederholt sich dabei.

Auch unten, vor dem Podest, folgen die Vollzugsbeamten und Zeugen dem letzten Tanz der jungen Frau. Die Strampelbewegungen der Schenkel dieses Vollweibs bringen auch die ansehnliche Pobacken zum Schwingen und Zittern. Über dem breiten, birnenförmigen Hintern kämpfen Margits gefesselte Hände um Freiheit. Die Bewegungen der Schenkel und das Zittern des Hinterns sind ein zauberhaftes Versprechen auf Liebesakte, die nie mehr stattfinden werden, mit der Frau, die in wenigen Minuten tot sein wird. Und obwohl es nicht erlaubt ist, haben einige der Zeugen Mobiltelefone und Kameras dabei, mit denen sie die letzten Minuten der Verurteilten aufzeichnen. Alle, auch die Behörden, wissen um den Schwarzmarktwert solcher Filmchen. Und gegen einen kleinen Obolus lassen sie geschehen, was eigentlich verboten ist. Die beiden Frauen stehen eng aneinander gedrängt mit vor Erregung erhitzten Gesichtern. Gemeinsam schauen sie auf das Display ihres Mobiltelefons.

Margit macht in der Luft einen Spreizschritt, der ihr Paradiesgärtlein entblößt. Für einen kurzen Moment hängt sie still, dann spreizt sie die Beine und versucht, mit ruckartigen Bewegungen der Unterschenkel ein Quäntchen Luft zu erhaschen.

Margits Füße krampfen sich bald zusammen, bald strecken sie sich lang. Zitternd suchen ihre Zehen den Boden, den sie nie mehr erreichen werden. In Margits Kopf bilden sich Wahnvorstellungen, sie müsse sich nur lang genug strecken, um wieder Boden zu erreichen. Sie muss unbedingt wieder Luft bekommen. Jetzt sofort. Sie strampelt wild mit beiden Beinen, ihr Zwerchfell pumpt vergeblich, um der Lunge Luft zu verschaffen. Jetzt tritt der Tod ganz dicht an sie heran und umarmt sie. Nein, komm noch nicht, noch nicht! O Mark, ich will nicht sterben!

Margits Zunge quillt ob der Anstrengungen noch weiter aus dem Mund. Ihre Augen sind weit aufgerissen. Sie kämpft. Sie weiß, dass sie den Kampf verlieren wird, aber ihr Unterleib schickt die letzten Lebenskräfte in ihren langsam erstickenden Körper, ihr weiblicher Urtrieb ist stärker als alle Einsicht, sie kämpft. Ihre Augen werden groß, ihr Blick flackert. Pulsierend öffnen sich ihre Schamlippen. Marks Abschiedsgeschenk kommt als weißlicher Schaum wieder zum Vorschein.

Margits Brüste hüpfen und zittern, sobald sie strampelt. Ihr Zwerchfell bebt bei dem vergeblichen Bemühen, Luft zu schöpfen. Gurgelnd stößt sie die Luft aus den Lungen, hoffend, auch wieder einen Atemzug zu bekommen. Vergeblich. Selbst wenn man sie jetzt, da noch ein letzter Rest Leben in ihr ist, vom Galgen errettete, wäre ihr Schicksal wahrscheinlich besiegelt, ihr Tod kaum noch abwendbar.

Margits gesamter Körper kommt jetzt ins Beben. Als wollte sie versuchen, sich von der Schlinge selbst abzuschütteln, rütteln ihr schwerer Leib und ihr saftigen Schenkel am Strick – in einer dichten Folge wellenartiger Bewegungen, die das Fleisch der Schönen jedes Mal noch für Sekunden nachbeben lassen.

Der Henker beobachtet die wippenden Pobacken und die gefesselten Hände, die sich aus den Fesseln freizumachen suchen. Die Bewegungen werden immer verzweifelter. Die Finger verkrampft, winden sich die Gelenke in den Fesseln. Immer wieder peitschen die gefesselten Hände ihren eindrucksvollen Hintern.

Die besondere Beschaffenheit der Schlinge verhindert, dass sie das Bewusstsein verliert. So muss sie jede Phase ihres schweren Sterbens wahrnehmen. Sie stampft in die Luft, macht den Radfahrer, den Hasen, den Sessel: Mit angezogenen Knien verharrt sie für einen Moment, wie in einem plötzlichen Krampfanfall schlägt die Knie – erst viermal, dann fünfmal – gegeneinander; das weiche Fleisch der Innenseiten ihrer Schenkel erzeugt ein erregendes Klatschen. Hört sie dieses Geräusch noch? Erregt es sie selbst? Oder hört sie nur noch ihr Blut rauschen? Margit muss furchtbare Schmerzen haben und dem Wahnsinn nahe sein. Wahrscheinlich durchtost gleichzeitig ein erneuter Orgasmus ihren sterbenden Leib. Dann stößt sie ihre Beine ruckartig nach unten, als könnte sie sich mit einem Luftsprung auch Luft verschaffen. Das wiederholt sie noch zwei-, dreimal. Margits Überlebenskampf geht nun endgültig in den Todeskampf über.

Margit strampelt erneut, ein letztes Mal vielleicht; die Schlinge zieht sich immer enger zu. Ihre Muskeln veranstalten eine Schnappatmung, ohne dass Margit Luft bekäme. Ihre Augen signalisieren jetzt das Einverständnis mit dem Tod. Sie lässt los und gestattet dem Leben, ihren Körper zu verlassen. Sie verliert das Bewusstsein. Hängt einen Moment ganz still, dann fangen die Beinen an, heftig zu zittern, ein Zittern, das nicht mehr vom Bewusstsein gesteuert ist, mehr ein Beben. Auch ihre gefesselten Arme zittern hinter dem Rücken, in mehreren Wellen geht dieses, unkontrollierte, konvulsivische Zucken durch ihren Körper, immer unterbrochen von Phasen der Bewegungslosigkeit. Für die Zeugen sieht es aus, als kämpfe die Bewusstlose noch immer. Der Henker weiß es besser. Der Körper versucht, die letzten Reste des Lebens abzuschütteln. Doch was einmal Margit Möhring war, hat diesen Körper bereits verlassen.

Ihr Körper pendelt jetzt ruhig am Strang hin und her. Nur ein gelegentliches Zucken und Zittern des Körpers signalisiert, dass es noch nicht ganz vorbei ist. Selbst ihre Fußspitzen bewegen sich nur noch ganz wenig und kaum merklich. Nach Momenten des ruhigen Pendelns durchfährt ein Zittern die lang gestreckten Füße, wie von einem Stromschlag angestoßen. Und endlich dehnt sich die hängende Gestalt, die sanft ausschwingt. Ihre Füße strecken sich noch länger, als wollten sie den Grund erreichen. Alles entspannt sich und erschlafft. Margits Augen erlöschen nach acht Minuten des heftigsten Überlebenskampfes. Sie ist tot.

Flüssigkeit rinnt an Margits Beinen entlang, ihre Blase entleert sich. Das ist etwas, was die Zeugen nicht mehr sehen wollen. Sie wollen den Raum verlassen. Aber sie müssen noch warten. Ein Arzt steigt zum Henker auf das Podest, hört Margits Brust und Rücken ab, stellt ihren Tod amtlich fest. Der leitende Vollzugsbeamte schaut auf die Uhr, macht eine Notiz in seiner Kladde. Dann grüßt mit einem Kopfnicken den Henker und überlässt ihm das Übrige. Die Zeugen und die Vollzugsbeamten verlassen den Exekutionsraum.

Der Henker ist wie gewöhnlich allein mit der Leiche der Exekutierten. Aber diesmal will die Unruhe, die ihn vorhin befallen hat, nicht von ihm weichen. Er reinigt die Innenseiten von Margits Oberschenkeln, reinigt sie länger und intensiver als eigentlich nötig. Reinigt sie mit wachsender Erregung. Säubert ihre Beine und mit besonderer Sorgfalt ihre Füße. Margits Körper hat alles andere als die Maße eines Fotomodells, aber er gehört zum Erotischsten, was ihm begegnet ist, und ihm sind viele Frauenkörper begegnet. Verstohlen küsst er ihren Bauch.

Pflichtgemäß macht der Henker ein Foto der Hingerichteten für das Exekutionsprotokoll. Er betrachtet das Bild auf dem Display: die nackte Gestalt einer vollschlanken jungen Frau mit hinter dem Rücken gefesselten Händen, an ihrem Hals aufgehängt, mit starr geöffneten Augen und einer aus dem Mund quellenden Zunge. Ein junges heißblütiges Wesen geopfert, um einem kalten Gesetz Geltung zu verschaffen.

Der Henker lässt Margits Leichnam herab, klinkt die Handfesseln auf und bettet den schweren Leib auf einen fahrbaren Tisch für die Rechtsmedizin. Margits Unterschenkel baumeln vom Tisch. Die Oberschenkel sind leicht gespreizt, die runden Knie wie eine Einladung.

Der Henker tritt zwischen die Knie der Toten, drückt die herrlichen, noch lebenswarmen Schenkel auseinander, fasst ihr unter die Pobacken, winkelt Margits Beine nach oben an, so dass ihre fleischigen Waden auf seinen Schultern liegen, und zieht den schweren, leblosen Körper zu sich heran. Er küsst ihr Fußgelenke, ihr Fußgewölbe, lutscht an ihren Zehen, küsst ihre Waden, bittet die Tote mit jeder Liebkosung leise um Verzeihung, streichelt die Innenseiten ihrer Oberschenkel, seine Erregung steigt. Alles was er küsst, woran er leckt und saugt, war vor wenigen Minuten noch lebendig, durchpulst von Blut und Hormonen. Alles das war vor wenigen Minuten noch Gier nach Leben – und ist jetzt tot.

Der Henker knöpft hastig die Hose auf. Er hat nicht das Gefühl, die Leiche zu schänden. Im Gegenteil. Die Tote wird ihn so willig empfangen, wie es die Lebende in den letzten Momenten ihres Daseins gewollt hat. Als wüsste er, wie sehr sich Margit, als sie am Strang dem Wahnsinn entgegentrieb, gewünscht hat, in alle Löcher gefickt zu werden. Sein Schwanz ist steif, er schiebt ihn behutsam in die weiche und noch warme Möse der Toten und beginnt die Leiche zu vögeln. Im Rhythmus der Stöße bewegen sich sanfte Wellen durch das Fleisch der Gehenkten. Fasziniert betrachtet er die Gestalt der toten Frau. Ihre Brüste hüpfen im Rhythmus des Ficks auf und nieder. Dieser Eindruck darf ihm nicht verloren gehen. Er fingert, während er weiter fickt, sein Mobiltelefon aus der Brusttasche und filmt das Fleisch der Toten, das unter seinen Stößen wie lebendig wirkt. Hält mit einer Hand das Mobiltelefon, greift mit der anderen Hand hinter seinen Kopf, um Margits Waden auf seinen Schultern festzuhalten.

Der Henker braucht nicht lange, um zu kommen. Sein Schwanz steckt tief in Margits Möse, als er eine volle Samenladung in die Scheide der Toten pumpt und Marks Abschiedsgruß noch ein Lebewohl hinterherschickt. Ein Jammer, denkt er, ein Jammer, hier tot zu sehen, was für zehn Kinder gut gewesen wäre. Der Henker ist fertig. Zieht seinen Schwanz aus Margits Scheide. Nimmt sanft ihre Beine von seinen Schultern. Beugt sich leicht erschöpft über die Tote, die mit weit gespreizten Beinen vor ihm liegt. Aber ist noch nicht befriedigt.

Er dreht Margits Leichnam sanft auf den Bauch. Sie liegt nun mit ausgestreckten Armen. Er zieht sie zu sich heran, ihre Beine hängen schlaff vom Tisch, ihr prächtiger Hintern wölbt sich über die Tischkante, noch einmal schiebt der Henker seinen Schwanz tief in die Tote. Diesmal überwindet er die Enge der Hintertür und fickt die Hingerichtete in den Arsch. Er umfasst ihre Hüften, während er sie von hinten bumst. Seine Stöße verursachen ein klatschendes Geräusch auf ihrem Arsch und bringen das Fleisch in wellenförmige Schwingungen. Auch dieses Ereignis hält er mit der Kamera fest.

Nachdem er in ihr abgespritzt hat, legt der Henker Margits Leiche wieder auf den Rücken. Er verstaut sein Mobiltelefon betrachtet Margits Kopf und Hals mit dem Drosselmal des Stricks. Ihr Gesicht scheint sich in den letzten Minuten sogar entspannt zu haben. Er schließt seine Hose, liebkost ihre Brüste, ihren Bauch, ihre Oberschenkel. Ein letztes Mal. Säubert Margits Schamlippen äußerlich. Bugsiert ihren Leichnam vollständig auf den Tisch. Deckt ihn mit einem Laken zu. Und fährt den Tisch mit der Toten hinaus.